42
Vor Ausbruch des Krieges flößte die künftige HaltungDeutschlands den Franzosen zunächst und mittelbar denübrigen Staaten die lebhaftesten Bedenken ein. Waswird Deutschland, was wird Preußen thun? war dieewige Frage auf allen Lippen. Und nicht blos in demBereich der unklaren, leicht beweglichen öffentlichen Mei-nung. Es könnten thatsächliche Beweise geliefert werden,daß dieser Punkt dem leitenden Gedanken der französi-schen Politik als der wichtigste und gefährlichste erschien,und daß er ein unendliches Gewicht darauf legte, dieStimmung des deutschen Volkes zu beruhigen. Die zahl-reichen Noten des Moniteur sind nur ein geringer Theilder Anstrengungen, welche nach dieser Richtung versuchtworden sind. Daß diese Schreckbilder jetzt in Nebel zer-ronnen, daß die Guts- und Blutsschrcier nicht auf denlombardischen Schlachtfeldern liegen, das ist zunächst füruns ein großes Glück, aber darum nicht minder eineDemüthigung und eine Gefahr. Allerdings können wirsagen: Freunde! unsere Wuth ist nicht im Abnehmen,aber unser Verstand ist im Wachsen. Aber können wirverlangen, daß man uns aufs Wort glaube, die Nieder-lagen von Montebello bis Sän Solfcrino seien so ganzunschuldig an unserer schnellen Erleuchtung? und auf-richtig unter uns gesprochen (denn es liest ja kein Frem-der deutsche Broschüren) sollte nicht Etwas gegründetsein an diesem Verdacht und hat das Ungeschick, wirdürfen wohl auch sagen die Ungeschicklichkeit der östreichi-schen Waffen, uns nicht zum allermindesten die Dcnkope-ration erleichtert? So viel steht fest: der Respekt vor