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Juchhe nach Italia! : 1. im Mai; 2. im Juli / [Ludwig Bamberger]
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Habsburgs Verrath zu schützen und von der Kleinstaatereizu befreien. Wird aber Europa jetzt wiederum pazifizirt,so möchten wir alle Kräfte zusammennehmen, um dieneuesten Erfahrungen zu unserem Heile zu nützen. Kost-bare Erfahrungen! Herrliche Aufgabe! Wenn ein Le-bensfunke in Deutschland ist, muß es die nächsten Frie-densjahre zu einer bedeutenden Umgestaltung verwenden.Daß solcher Jahre nur wenige sein werden liegt auf derHand. Es würde zu weit führen, das Gebiet der Wahr-scheinlichkeiten in Betracht zu ziehen. Aber ein Kindmöchte gewahren, daß aus dem Waffenstillstand vonVillafranka nur ein provisorischer Friedenszustand hervor-gehen kann. Jede Minute desselben wird für Deutsch-land ein kostbares Kapital sein.

Fassen wir daher noch einmal ganz schnell zusam-men, was uns die Betrachtungen dieser drei Monate zuGemüthe geführt haben. Unser wie aller Welt schlimm-ster Feind ist Habsburg . Es ist das All in All derKnechtung, der Finsterniß und des Untergangs. Lassenwir dahingestellt, ob das Wortaufgeklärter Despotis-mus" nicht überhaupt ein Unbegriff sei. Jedenfalls kannes nur für junge, in den ersten Flcgeljahrcn stehende Völkerzur Sprache kommen. In alten Staaten ist Despotis-mus immer gleichbedeutend mit Vcrrottung. Da unsreZeit nun doch einmal so willig aufhorcht, wenn von ma-teriellem Wohl die Rede ist, so möge sie aus OestreichsBeispiel lernen, wie kläglich alle absolutistischen Anstreng--ungen für volkswirthschaftliche Interessen beschaffen seien.Es gibt keinen Wohlstand ohne Freiheit.