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Juchhe nach Italia! : 1. im Mai; 2. im Juli / [Ludwig Bamberger]
Entstehung
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Die Feudalstaaten mit ihrer unvermeidlichen Konse-quenz aristokratischer Armeen sind ihrer Sicherheit nachAußen nicht mehr gewiß, seitdem es in Europa einenStaat gibt, der sich allein gründlich von den Ueberliefe-rungen deS Mittelalters gereinigt hat. Die Umgestal-tung der neunziger Jahre ist allein in Frankreich einevolle Wahrheit geworden. Natürlich auch! Frankreich alleinhat sie mit eigenem Schweiß und Blut von innen her-aus an sich vollzogen. Durch bloße Uebertragung derImpfe, so wohlfeil wird man den bösen Stoff nicht los.Welche Regierungsform Frankreich immer erleide, es kannnoch bürcaukratisch terrorifirt aber es kann nicht mehrentdemokratistrt werden. Daher die unwiderstehliche Kraftseiner Armee.

Kein Wohlstand ohne Freiheit, kein Wi-derstand ohne Gleichheit. Gegen die Kleinstaatereiaufzutreten wäre Zeitverlust. Niemals hat sie so deut-lich bewiesen wie lebensgefährlich sie für Deutschlands Sicherheit ist. Der böse Wille des kleinsten Bundesmit-glieds genügt, um Deutschland zu compromittiren, dievereinten Anstrengungen Aller genügen nicht um es zuschützen. Die allerersten Schritte der Kriegsbereitschaftnöthigten sofort, das Bundesreglement bei Seite zu schie-ben und eine preußische Diktatur einzuführen. Aber wievieles ist bereits versäumt, und wie viele Konvulsionensind nöthig, bis es dahin kommt. Also warum nichteinen Zustand ein für allemal sanktioniren, welcher un-entbehrlich wird, sobald es zum Ernst kommt?

Nicht minder als die Sicherheit leidet der Wohlstand