Karte 
F. W. Putzgers historischer Schul-Atlas zur alten, mittleren und neuen Geschichte : in 68 Haupt- und 71 Nebenkarten / bearb. und hrsg. von Alfred Baldamus ...
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karten von Bayern, Badennnä Württembergsind nach gleichen Gesichtspunkten her-gestellt. Die Anwendung von Rand-und Flächenfärbung, der Zahlen mit undohne Klammern, der Schriftarten u. s. w.hat überall die gleiche Bedeutung; alsAusgangspunkt nach rückwärts und vor-wärts ist überall der territoriale Stand desheutigen Staatsgebiets genommen, wie ervor der französischen Revolution war, wo-bei für Bayern und Baden ein auch in derLandesgeschichte wichtiger Zeitpunkt ge-wählt werden konnte; die Darstellung desWachstums ist überall mit einander ent-sprechendenFarbengegeben.BeiZeichnungder alten Territorien sind die Markungs-grenzen und alte Ortsverzeichnisse berück-sichtigt, doch musste selbstverständlichmehr generalisiert, auch mehr kleinereGebiete weggelassen worden, als das aufden entsprechenden Wandkarten (s. innereSeite des Umschlags) geschehen ist.

, 34. Die zu Bayern gehörenden Landesind gezeichnet nach dem Stande von1777, d. h. vor der Vereinigung vonBayern und Kurpfalz. In den damalsbayerischen Gebieten sind die wichtigstender alten Grafschaften eingetragen unterBeifügung des Jahres, in dem sie an dieWittelsbacher fielen, bei den Erwerbungenseit 1485 sind auch die Grenzen angegeben;besonders gekennzeichnet sind die Stamm-lande der Wittelsbacher, doch Hessen sichdie in der Pfalz nicht eintragen; ihre Aus-dehnung erhellt aus der Karte, die denHöhepunkt der -wittelsbachischen Machtunter Kaiser Ludwig darstellt. Diesegeht aus von der Teilung von Pavia,giebt die Erwerbungen des Kaisers, wo-bei der farbige Strich unter Frieslandandeuten soll, dass die Grafen vonHolland Herrschaftsansprüche in Fries-land hatten, die aber von den Friesenbestritten wurden, und verzeichnet dieTeilung unter den Söhnen des Kaisers.Die doppelten Verlustzahlen unter Hol-land etc. beziehen sich darauf, dass 1425die Linie Straubing erlosch, dass aberin Holland noch bis 1433 eine bayerischePrinzessin regierte; die Zahlen im böh-mischen Teil der Oberpfalz wollen sagen,dass das Gebiet zwischen 1373 und 1401wieder wittelsbachisch wurde.

34. Bei Baden ist vom Jahre 1771, d. i.von dem Zeitpunkt vor der Vereinigungder Linien Baden und Durlach, ausgegan-gen. Rodemachern (südlich von Luxem-burg) ist weggelassen, es gehörte zuBaden-Baden, aber unter österreichischerOberhoheit. An einer Stelle der Karteist Doppelherrschaft durch strichweise

Färbung angedeutet. Die vordere undhintere Grafschaft Sponheim war seit 1437im gemeinschaftlichen Besitze von Badenund Pfalz; die vordere wurde 1707, diehintere 1776 geteilt; nach den Be-stimmungen dieser späteren Teilungen istdie Grafschaft schon bei Bayern seit 1507und bei Baden 1771 eingezeichnet.

Für Württemberg ist vom Jahre 17S9 S. 35.ausgegangen; kenntlich gemacht ist diealte Grafschaft, unterschieden sind auchdie Erwerbungen der Grafen (bis 1495)und die der Herzöge.

Bei der ersten Hauptkarte der Wettini- S. 36.sehen Lande (bis 1485) sind in denwichtigsten Gebieten die Erwerbungs-zahlen eingeschrieben, von den Vasallennur die wichtigsten besonders berück-sichtigt, die verwickelten lehnsrechtlichenVerhältnisse zu Böhmen aber unberück-sichtigt geblieben; der Vorgeschichtedienen zwei kleine Nebenkarten. DieGanerbschaft Treffurt und Vogtei Dorlagehörten seit 1337 Thüringen (Kursachsen),Mainz und Hessen gemeinsam. Da fürdie Wittenberger Kapitulation von 1547und den Naumburger Vertrag von 1554auf S. 21 eine Übersicht geboten ist (dassdabei Altenburg - Eisenberg - Neustadt zuden 1547 albertinisch gewordenen Ge-bieten gehören, ergiebt eine Vergleichungder Karten), setzt die zweite Hauptkartemit dem Jahre 1554 ein. Bei den Er-werbungen sind die 1567 in den Pfand-besitz und 1660 in den vollen Besitzder Albertiner übergegangenen soge-nannten assekurierten Ämter angegeben,ferner die Säkularisation der Stiftslande,die Regelung der Rechtslage der HäuserSchönburg und Stolberg (man beachte hierdie Anwendung der punktierten Grenze unddie Unterstreichung von Heringen undKelbra, letztere gewählt wegen derSchwarzburgischen Mitherrschaft), sowieder schliessliche Heimfall von Mansfeld.Von den ernestinischen Besitzungen ge-hörte Oldisleben als Seniorat immer demältesten Gliede des Hauses, 1812 wurde esWeimar überwiesen.

Die Karte von Nordwestdeutschland S. 37.zeigt die territoriale Zusammensetzungder heutigen Staaten und preussischenProvinzen und giebt für Norddeutsch-land das Bild staatlicher Zerrissenheit, wiesie vor den Umwälzungen Napoleons be-stand; für den Nordosten Deutschlands,der nie derart zerrissen war, wird sieergänzt durch S. 30 und 30a.

Prof. Dr. A. Baldamus.