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MS 311 - Brentano I : [Allgemeine Volkswirtschaftslehre] ; [Vorlesungsskript WS 1910/11]
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85.

Kmät&'ung di<9 ZeugungBfähigkeit des Menschen hemmt und Zalthus

spricht ^on einer unbegrenzten Vermehrungsfähigkeit. So weit hat er

falsch, dass bei einer Geburtezahl von 4 Kindern in jeder Ehe sichdie Menschheit in 25 Jahren verdoppeln würde. Er lässt ausser Acht,dass nur l/3 der menschlichen Gesellschaft sich in zeugungsfähigemAlter befindet, auf die übrigen 2/3 fällt kein Zuwachs,sondern Ab-gang. Bei der Aufstellung der Verdoppelungsperiode muss man von derBetrachtung der weiblichen Bevölkerung ausgehen. Von den Frauenkommen nur 22 Jahresklassen für Fruchtbarkeit in Betracht: das er-gibt auf 1000 Einwohner 165 im Alter der Fruchtbarkeit stehendeFrauen,aber nicht volle 165 kommen für Bevölkerungszuwachs in Be-tracht,sondern es sind 15 wegen Unfruchtbarkeit in Abzug zu bringen,also bleiben nur 150 für Fortpflanzung geeignete Frauen. Die Fort-pflanzung hängt von 2 Faktoren ab: a) von dar Zahl der Geburten,dieauf jode Frau während ihrer 22 Fruchtbarkeitsjahre fallen,b) von

fällen auf 1000 Manschen. Erat die Differenz bei-ge Zahl für den tatsächlichen Zuwachs. Die Kin-

bezeichnet den Fortpflanzungstrieb als die Ursa-des Menschengeschlechts und nimmt an, dass die-ser Fortpflanzungstrieb sich immer gleich bleibe. Das sind zwei,psychologische Jrrtümer, denn 1) gibt es keinen Fortpflanzungs-'trieb, sondern nur eine Geschlechtsluat und Kinderliebe und 2)bleibt sich die Geschlechtslust nicht immer gleich und die Kinder-liebe zeigt sich auch in anderer Betätigung als in der Kinderer-zaugung.

iatich recht, seinen Ausführungen unterliegen aber zwei Irrtümer,derbesteht in der statistischen Begründung seiner Lehre. Es ist

deFzah? von 4

Der zweite

von 4 führt zu einer Verdopplung in 66,4 Jahren.

Der zweite Fehler Malthus ist ein Fehler ln psychologischer

Bei den unziviliairten Völkern ist Ehelosigkeit fast aus