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die materiellen Verhältnisse eines Volkes auch in den unteren Klas-sen werden,desto mehr findet man den Rückgang der Geburtenziffer.
Mit diesen Korrekturen fallen zwei Anschauungen des Malthus:
1) theoretischMalthus nahm nur 5 Faktoren an, die als Hemmnis desBevölkerungszuwachses in Betracht kommen: Laster, Elend und morali-sehe Enthaltsamkeit; ausser diesen dreien haben wir ein weiteres,sehrwirksames Hemmnis gefunden: die mit der Kulturentwicklung steigendeRücksicht auf den Genuss anderer Dinge, die dem Menschen begehrens-wert erscheinen.
Es fällr aber auch noch 2) ein praktischer Satz des Malthus:
dass durch die Zunahme des Wohlstandes der waseteveunteren Klassen
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die $hen zunEhmen und mehr Kinder erzeugt würden: dies ist widerlegtdurch den Beweis,dass mit zunehmendem Wohlstand die Geburtenziffern
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f Wie Malthus die Zunahme der Menschen Ober-, so hat er die Zu-nahme der Lebensmittel unterschätzt: er ahnte nicht und konnte nichtmen,in welchem Masse die Kölker,die sich der neuzeitlichen Port-
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schritte namentlich der Verkehrsmittel bedienen,die Mittel zu ihremUnterhalt vermehren können.;
/ Wenn wir nun die Korrekturen s& der Malthus'achen Lahre zu-
?aammenfasaen,so ergibt aieji:
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1) die Zunahme der Herrschaft des Manschest über die Natur hat ihm ln
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ungeahntem Maas Mittel zür Verfügung gestellt.
!3) Dieselbe Zunahme der/Kultur,die die Gütermenge so vermehrt hat,
hat nicht zu einer Zu^Lime,sondern zu einer Abnahme der Geburten-
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Ziffer geführt; das %jauaalverhKltnis zwischen^ Zunahme der Geburten-
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kiffer und Besserung jder Lebensführung verhKll sich umgekehrt wie die
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Lehre des Malthus. Die enorme Zunahme der Bevölkerung hat stattgefun-den bei gleichzeitiger Zunahme des Wohlstandes und Abnahme der Ge-