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MS 311 - Brentano I : [Allgemeine Volkswirtschaftslehre] ; [Vorlesungsskript WS 1910/11]
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das bedeutet aber auf die Dauer eine Entnationalisirung Frankreichs.Dies ist aber maasgebend für seine Machtstellung nach Aussen* es hatkeine Kinder,die es ans Ausland abgeben kann.( bis 1896 Gesamtzahl388000): das hat a) einen politischen und b) einen wirtschaftlichenNachteil.

a) die Ausbeute ,der von ihnen verwalteten Länder müssen ^i^. anderenkinderreichen Nationen überlassen.

b) die Auswanderung pflegt immer Handelsbeziehungen mit dem Mutterlandtu schaffen; auch das muss Frankreich anderen Nationen überlassen.

Umgekehrt steht es mit England. Wenn auch die Oeburtenzifferzurückgegangen ist,so ist sie doch noch eine grosse und vor allem hatsich die Sterbeziffer Infolge der hohen Kultur beispiellos vermindert.England gibt jährlich Unmengen von Unterthanen ans Ausland ab. Durchdiese von jeher starke Auswanderung erwuchs England eine bedeutendeStütze seines Welthandels. - Deutschlands Bevölkerung hat von 1858 -1900 um jährlich 0,99 % zugenommen, 1891- 1900 sogar 1,31 % im Jahres-durchschnitt. Dieser Geburtenüberschuss ging vor sich bei Abnahme derGeburtenziffer, aber noch grösserer Abnahme der Sterbeziffer. Unterdem Einfluss der günstig gewordenen Erwerbsverhältnisse am Ende des19. aaec. hat auch die Auswanderung abgenommen ( circa 32000 pro Jahrgegen 250000 ln den 80er Jahren).

Bei den nichteuropäischen Völkern ist die Geburtenzifferweit grösser,aber die Zunahme wegen der weit höheren Sterbeziffer nurgering. Eine Ausnahme bilden die Japaner als kultivirtestea Volk.

Folge: Zu Beginn des 19. saec. soll die Bevölkerung der Erde900 - 980 Millionen betragen haben, heute circa 1560 Mill; also Ver-mehrung um mehr als 80 %: Diese Vermehrung hat vor allem stattgefun-den bei den zivilisirten Völkern, bei den Völkern Europas und denLändern,die Einwohner meist europäischen Ursprungs haben. Vor 100Jahren die Europäer nur l/5,jetzt 1/3 der Bevölkerung der Erde und