Autograph 
MS 311 - Brentano I : [Allgemeine Volkswirtschaftslehre] ; [Vorlesungsskript WS 1910/11]
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80 gegeben, der Ertrag atelgt immer noch, aber nicht mehr ao stark;bei Zuführung von 100 Pfund steigt zwar der absolute Ertrag auch noch,aber der relative Ertrag ist gleich Null,da sich Kosten und Ertragdecken:

Die Folge dieser Eigentümlichkeit der ehemals freien Güter der Naturist, dass ihr Ertrag nur vermehrt werden kann

a) wenn man zur Ausnutzung minder ergiebiger Erwerbsgüter übergeht,z.B. bei Bergwerken zum Abbau minder ergiebiger Minen; in der Land-wirtschaft zur Bebauung minderer Boden, wenn man den Ertrag steigernsoll. Das bedeutet aber eine Steigerung der Kosten.

b) wenn man zur Nutzung entfernter liegender Erwerbagüter übergeht:auch das bedeutet eine Vermehrung dervKosten, für Transporte etc.

c) wenn man auf das bisher schon benutzte Erwerbsgut mehr Kosten ver-wendet, z.B. bei den Bergwerken den Schacht tiefer treibt, wodurchder Betrieb verteuert wird. Der letzte Zentne r kostet mehr als diefrüher gewonnenen Zent ner.

Also lang bevor die absolute Grenze der Ertragsfähig-keit erreicht ist, kann ein Mehrertrag bur durch einen relativ grös-seren Kostenaufwand erzielt werden. Man hat diese Produktionsmittel,was ihren Ertrag angeht, deshalb verglichen mit dem Druck, den einelastisches Band ausübt.

Dagegen kann das Gesetz des abnehmenden Ertrags in seinenökonomischen Wirkungen durch den Fortschritt in der Technik suspen-dlrt werden, da er ermöglicht, den Mehraufwand wirtschaftlich zuverbilligen: so brachte die Anwendung der Thomassohlake als phos-phorhaltiges Düngemittel eine bedeutende Kostenminderung.