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MS 311 - Brentano I : [Allgemeine Volkswirtschaftslehre] ; [Vorlesungsskript WS 1910/11]
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Das Gesetz vom abnehmenden Bodenertrag ist von tiefgreifender Bedeu-tung: Die Betriebe,wo Naturkräfte und Gaben mitwirkten,wurden von un-wissenschaftlichen Beobachtern als besonders bevorzugt erklärt. Aberdarin liegt kein Vorteil,sondern ein Nachteil, denn infolge ihrer Mit-Wirkung ist ihB Ertrag nicht nur absolut beschränkt,sondern bei gros-serem Aufwand gibt es nur einen abnehmenden^Ertrag. Daher auch die An-häufung von Reichtum in landwirtschaftlichst Gegenden weit geringerals in industriellen. Auch die Ursachen der feisten Völkerwanderungenist das Gesetz des abnehmenden Bodenertrags. \

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V . Die Technik, ^

1) Begriff und Ziel der Technik.

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Unter Technik versteht man den Inbegriff dej\ Fertigkeitenund Hilfsmittel,die bei der Verwirklichung eines Gedankens der Zweck-

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mäesigkeit im Stoff zur Anwendung kommen. Der Technik#]^ sucht irgendeinen Gedanken im Stoff zu verwirklichen.

Das Ziel der Technik ist

1) di?$ möglichst vollkommene Verwirklichung des Gedankens .\Hierbei,k^mmt in Betracht:

a) der Stoff, in dem die Verwirklichung stattfinden soll,

b) die Kraft, in der diese etattfindet.ad a) Der Stoff sind Naturgaben, deren Menge ein für allemal^Y^^^^ ^

beschränkt ist: der Mensch kann keinen Stoff fabrlziren: ein Teil ^

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dieses Stoffes bietet sich sogar in einer Form, die ln geringeremMasse vorhanden ist,als dem Bedürfnis entspricht. Damit der St^ff demGedanken, der dem Techniker vorschwebt, dienstbar gemacht werden kann,muss er vor allem occupiert werden. Jnsofem seine Menge hinter demBedürfnis zurückhleibt,tritt ein Interesse hervor an diesem Stoff zusparen, das Ziel zu erreichen mit möglichst wenig Stoff, ^as kann er