83 .
Von Anfang an hasst der Mensch die angespannte Arbeit, nur dieNot und die steigenden Bedürfnisse haben einen Druck ausgeübt, derden Widerwillen gegen die Arbeit überwindet. Die schärfere Anspannungaller Kräfte,die die Verflechtung der Einzelwirtschaft in die Welt-wirtschaft verlangt, hat auch die Wirtschaften der Arbeiter ergriffenund hat sie dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit in steigendem Masseunterworfen. Daher die Steigerung der Leistung. Wo dagegen,wie nochauf dem Lande,die Arbeiter niedriger stehen,wo sie von diesem Strebennoch nicht erfasst sind, ist auch heute noch die alte Meinung zu-treffend. Aber auch bei dem modernen Arbeiter führt nicht jede Bes-serung der Arbeitsbedingungen zu einer Steigerung der Leistung, son-dern nur diejenige,die zu einer Steigerung der sittlichen Lebenshal-tung führt. Damit hängt zusammen! kurz dauernde Besserung der Arbeits-bedingungen üben meist keinen erheblichen Einfluss auf die Leistung.
Die erste höhere Einnahme wird meist vergeudet. Hat die Besserung aberlängeren Bestand, so wird sie Veranlassung zu besserer Nahrung,besse-rer und gesitteter Erholung und besserer Ausbildung d.h. zur Erhöhungder Lebenshaltung. Und damit hängt zusammen, dass eine Besserung derLeistung nicht durch eine sprungweise Besserung der Arbeitsbedingungenerreicht werden kann.
Die Arbeitgeber: Wenn eine Lohnerhöhung elntritt, so bedeutet dasfür den Arbeitgeber zunächst eine Verteuerung der Produktion. Das wirdnun für den Arbeitgeber die Veranlassung zu einer anderen Technik über-zugehen,die Arbeit erspart d.h. zu einer vollkommeneren"Technik, zurVerwendung von schnellere* .grösseren Maschinen. Dieser Uebergang istnur mit hochstehenden,gut gelohnten,gut genährten,arbeitslustigen undfähigen Arbeitern möglich. Und so wird höherer Lohn und kürzerer Ar-beitszeit Veranlassung zur Steigerung der Produktivität durch Anwen-dung besserer Maschinen. Umgekehrt sind niedere Löhne und lange Ar-