Am Ausgang des Mittelalters entstand auf den Trümmern des Feu-dalstaates der moderne Staat. An die Stelle der Verwaltung von Va-sallen und Korporationen trat eine neue Zentralverwaltung,die nach undnach ihre fürsorgende Tätigkeit auf alle Zweige deB gesellschaftlichenLebens erstreckte, besonders aber auch auf das Wirtschaftsleben. OieHebung der Wirtschaft,der neuentstandene Nationalstaat war sogar Ge-gegenstaud der Hauptsorge der neuen Nationalverwaltung.
Im nationalen Reichtum erkennt man die Grundlage der politi-schen Macht und Grösse. In dem Masse, in dem die Länder zu einer dieVolkswirtschaft hebenden Zentralverwaltung kamen, gelangen sie auchin der Weltwirtschaft zu Einfluss und Uebergewicht; das ist ja dieGeschichte des successiven Aufkommens der mittelalterlichen Gross-mächte.
Eine grosse Litematur befasst sich wesentlich mit den Mass-nahmen des Staates zur Hebung der heimischen Volkswirtschaft. Diehieiftergehörigen Schriftsteller heissen wegen der besonderen Wert-8chätzungy^die sie dem Handel zuwenden. Maercantilisten. Bei ihnenbesteht eine weitgehende Anerkennung des staatlichen Einflusses aufdie Volkswirtschaft.
Entgegengesetzt Ansichten vertreten die Physiokraten: sie ver-langen Nicht%einmischung des Staates: die Welt geht von selbst. Dochnicht nur für die praktische Politik fordern sie Nichteinmischung desStaates, sohdem sie gehen in ihrer weiteren Betrachtung davon aus,dass es einen Staat überhaupt nicht gibt, da sie die Herrschaft derNatur hersteilen wollten. Das Naturrecht habe vor dem staatlichen be-standen. Der Gesetzgeber hat nur zu erklären was das Naturrecht sei,er hat bei seinen Angehörigen nur die Kenntnis zu wecken. Ebenso sollseine Einwirkung auf das Wollen und Können sein.