ſchmuͤckt waren. — Aus Madrid wird gemeldet, daß die ſpaniſche Regierung ruͤckſichtlich derauf dem Dampfſchiffe Belfaſt in Corunna angekommenen portugieſiſchen Generale und Mit¬glieder der Regentſchaft zwar noch keinen Entſchluß gefaßt habe, daß man jedoch die Ueber¬zeugung hege, ſie werde ihrer Ruͤckkehr nach England kein Hinderniß in den Weg legen. —Wie aus Gibraltar vom 5. dieß gemeldet wird, ſo kommen faſt alle Fahrzeuge, die in diedortige Bay einlaufen, von den portugieſiſchen Kuͤſten und haben portugieſiſche Fluͤchtlingeam Bord; die Zahl derſelben in Gibraltar war ſchon ſehr betraͤchtlich. — Der Konſtitu¬tionell will in Erfahrung gebracht haben, daß die mit der Anklageakte gegen das vorige Mini¬ſterium beauftragte Kommiſſion der Meynung iſt, daß die Anklage gegen die Herren v. Damas,Chabrol und Frayſſinous nicht ſtattnehmig ſey, wohl aber gegen die Herren von Villele, Pey¬ronnet, Corbiere und Clermont⸗Tonnere, und daß ſie von der Kammer Vollmachten zu einerausgedehnteren Unterſuchung verlangen werde. — Eine Dame M....t von der Inſel Mar¬tinique wurde am 22. May in die Gefaͤngniſſe von Fort⸗Royal geſetzt. Sie hat eine Negerinihrer Werkſtaͤtte lebendig begraben laſſen. Man iſt begierig auf das Urtheil, und ob die belei¬digte Menſchheit wird gerochen, oder die Strafloſigkeit durch die Ausnahmgeſetze fuͤr die Wei¬ßen beguͤnſtigt werden. — Der Courier francais ſpricht wieder von der Abſendung einer fran¬zoͤſiſchen Expedition nach Morea, welche aus den bey Toulon verſammelten 9 bis 10000 Mann,und aus den 5000 Mann, die man von Kadix erwarte, beſtehen, und Ibrahim Paſcha zur Raͤu¬mung von Morea zwingen ſolle. Der Oberbefehlshaber ſey noch nicht beſtimmt, man nenneunter den Kompetenten die Generale Maiſon, Clauzel und ſelbſt Loverdo. — Die Gazette deFrance haͤlt die nahe Abfahrt dieſer Erpedition, deren Staͤrke ſie auf 17, 000 Mann aͤngiebt,fuͤr ganz gewiß. Vom Rhein, den 24. Jul.
Portugal mag ſein jetziges und kuͤnftiges Schickſal wohl verdienen, weil es daſſelbe ſelbſtgeſchaffen. Nur jene ungluͤckliche Opfer muͤſſen davon ausgenommen werden, welche ihremangebornen Fuͤrſten treu und gehorſam blieben, eine ungeheuchelte Anhaͤnglichkeit fuͤr die ge¬rechte Sache und fuͤr die Konſtitution zeigten, und nun, mit getaͤuſchem Vertrauen auf Eng¬lands Schutz, theils in den Kerkern ſchmachten, theils dem Henker und ſeinem Beile ſchonuͤbergeben wurden, und es ſtuͤndlich noch werden. Wenn man dieſe Ungluͤcklichen, ſagenwir, allein ausnimmt, dann haben de Andern, groß oder klein, ihr jetziges und kuͤnftigesLoos verdient. Daß fuͤr ſie nur Roſen bluͤhen werden, glauben wir durchaus nicht. Gewiß,es muß eine Zeit kommen, die Zeit der Rache, die nach allen Muthmaſſungen fuͤrchterlich ſeynwird; und wer jetzt hoch oben ſteht, kann leicht unter den Erſten ſeyn, die da fallen. UnferAuge ſieht dort nur Thraͤnen und Blut! Das Spiel, welches jetzt die Uſurpation ſpielt, iſtallzu verwegen und grauſam; es kann daher nicht gluͤcklich fuͤr ſie enden. Don Miguel, der un¬beſchraͤnkte Koͤnig, zeigt ſich ganz als Alleinherrſcher; was wird Europa dazu ſagen, wasder rechtmaͤßige Konig Pedro? Wir glauben nicht, daß die großen Maͤchte dieſen Akt der Un¬gerechtigkeit ruhig anſehen, und ihn genehmigen werden; eben ſo wenig ſind wir der Mey¬nung, daß Don Miguel, im Gefuͤhle ſeiner Ungerechtigkeit, freywillig vom Throne wiederherabſteigen, und den Scepter niederlegen, ſondern daß er ihn im Gegentheil mit beyden Haͤn¬den feſthalten wird. Ob aber Don Pedro nun ſo ohne Schwierigkeit eine Thronentſagungfuͤr ſich und die Seinigen zu Gunſten des jetzigen gewaltſamen Beſitzers unterzeichnen duͤrfte,daran muͤſſen wir allerdings zweifeln. Freylich waͤre dann die ganze wichtige Sache mit einemFederzuge abgemacht. Die Geſchichte lehrt uns jedoch ſattſam, daß ein koͤnigl. Thron keines¬wegs unter die Gaben gerechnet werden kann, die man gern, und ohne entfſchiedenen Unwil¬len verſchenkt. — Nur die Waffen ſcheinen uns daher das Mittel zu ſeyn, hier den Aus¬ſchlag zu geben. Ein fuͤrchterlicher Krieg! wo der Buͤrger den Buͤrger, der Landsmann denLaͤndsmaunn, der Eingeborne den Eingebornen mordet, wo hier der Sohn gegen den Vaterficht, und dort der Vater den Sohn durch eine Kugel dahinſtreckt! Wer nicht allein ein aͤu¬ßerſt grauſames, nein, auch ein ſehr gewagtes Spiel wuͤrde es von Don Pedro ſeyn, wenner in ſeiner jetzigen, in jeder Hinſicht mißlichen Lage, allein das Schwert ziehen muͤßte, umdieſes Recht geltend zu machen. Schwerlich duͤrfte er dann Sieger werden. Das bisherigeBenehmen der Konſtitutionellen hat uns ſchon ſo manche unerwartete Bloͤße gezeigt, daß wirihnen nicht viel Großes mehr zutrauen; dagegen wird ſich Don Miguel, die Zeit benuͤtzend,durch jedes, wir ſagen nicht erlaubtes, Mittel ſo feſtzuſetzen, daß die Moͤglichkeit, ihn zuſtuͤrzen, immer unwahrſcheinlicher werden wird. Es iſt unendlich ſchwerer, dem Feinde dasSchwert aus der Hand zu reißen, wenn er es einmal ergriffen hat, als zu verhindern, daßer es aus der Scheide ziehe. — In der Gegend von Antwerpen ſind durch den Orkan vomJul. gegen 500 Haͤuſer und Scheunen theils umgeworfen, theils beſchaͤdigt worden.