Ihre Mutter sieht darauf, daß sie besonders allen religiösen Pflichten pünktlich nachkomme, undbegleitet sie daher jeden Sonntag zum Gottesdienste. — Londoner Nachrichten zufolge hat derMarquis Barbaccna in einer Proklamation an die getreuen Unterthanen der Königin von Por-tugal erklärt, es kehre dieselbe nach Brasilien zurück, um in Zukunft unter dem Schutze des Kai-sers, ihres Vaters, zu leben, bis sieden Thron besteige. Don Pedro werde nie mit Don Miguelunterbandet», und es können die ihimgctreu gebliebenen Portugiesen stets auf eine Zufluchtsstättein Brasilien zählen. , ' Paris , den 4. Scpw
Vorgestern Nachmittag arbeitete Se. Majestät der König mit dem Generalintendanten desKrauses , Herrn Baron v. Vouillerie. — Ein Neveu des Herrn von Poliguae ist den 28. Aug.durch Lyon gereist, und hat sich in Begleitung eines Sekretärs nach Toulon begeben, um sichalldort nach Konstantinopcl einzuschiffen. — Lord Strangford wird sich in einer Sendung vonder englischen Regierung an den Hof des Don Miguel begeben. Die Fregatte der Briton, Ka-pitän Gordon, hat Befehl erhalten, Se. Excellenz im Haven von Lissabon auszuschiffen.Man vermuthet, daß Don Miguel die Absicht hat, England, Frankreich und Spanien möch-ten ihn als König von Portugal anerkennen, wonach auch die übrigen Mächte folgen werden.— Nach den Vörsengcrüchten in dem heutigen Messager des Chambrcs verlautet, daß sich Herrvon Labourdonnaye unter dem Namen eines Packs von Frankreich mir Herrn von BourmontvomMinisterium zurückziehen werde. Auch erhält sich noch immer das Gerücht, daß im letzten Mi-nisterrath der Wechsel von 22 Präfekten beschlossen wurde. — Der Oberst Fabvier befindetsich gegenwärtig in Nancy.
Se. Durch!, der regierende Fürst von Thuen und Taris sind mitHöchstihrer aus dem BadeEms zurückkehrenden Frau Gemahlin heute hier eingetroffen und im Gasthaus „zum römischenKaiser" abgestiegen. — Ein schreckliches Unglück hat 2 der ausgezeichnetsten Familien der Nie-derlande in Trauer gesetzt. Die 22jährige Gräfin de BriaS, geb. Freyin von Draeck, von Gent ,welche sich in verflossener Woche mit ihrem Gemahl in die Bäder von Spaa begeben hatte, setztesich dorr bey einem Feuer nieder; die Flamme ergriff ihre Kleidungsstücke, und die unglücklicheDame starb trotz der schnellsten Hilfe nach vierstündigem unsäglichen Leiden.
Tvlz, den 5 . Sept.
Heute wurde dem hiesigen Markte das Glück zu Theil, Ihre k'onigl. Majestäten von Bayern ,Ludwig und Therese, zu verehren, wovon eine nach Weilheim abgeordnete Deputation des Ma-gistrats, dann die an die Gränze gecilten k. Beamten die bestimmte Hoffnung überbrachten.He. Majestät trafen, nachdem Sie sich in Benediktbeyern verweilt hatten, von der Nationalgardezu Pferd unter Anführung des Lieutenants Niggl eingeholt, gegen i k Uhr an, wurden von sämmt-lichen Behörden und der Geistlichkeit ehrfurchtsvollst empfangen, Allerhöchstdensclben die Hul-digung durch die Schuljugend dargebracht, und zwar an Ihre Majestät die Königin, welchespäter eintrafen, durch eine geborne Augsburgerin, Math. Mayer, gesprochen, und allerhnld-vollsi aufgenommen. Durch ein Spalier der auf der Brücke aufgestellten Schuljugend, dergrünen Gebirgsschützen und Natioualgardeu fuhren Ihre k. Majestäten bis zum Schrödclbräu,wo Allerhöchstste von den in Landestracht aufgestellten Mädchen die Alpenprodukte: Butter,Kirschwasser, Leinwand, Alproscu, anzunehmen, und auf ihr Wohl zu trinken geruhten, aucheinige in den Zimmern aufgestellte Probe» der Kunst, Industrie und Landwirthschaft in Augen-schein nahmen. Im Garten des Vürgerbräuers tranken Se. Nkajestät beyfällig ein Glas gu-ten Ldlzcr Biers, und Ihre Majestät die Königin nahmen hier gezogene Aprikosen gnädig an.Die Honpratioren wurden präsentirt, und Ihre Majestäten fuhren gegen 1 Uhr in einem Wa-gen unter unbeschreiblichem Jubel und Danke Ihre Reise nach Tegernsee fort. Abends braun,ren auf sämmtlichen Gebirge-höhen Freudenfeuer. (Die detailliere Beschreibung ist im Jnnlandeenthalten.) Kaufbeurcn, den 6 . Sept.
Den 4. Sept. d. I. war der höchst erfreuliche Tag, an welchem Ihre königl. Majestätenuns mit Ihrer Allerhöchsten Gegenwart beglückten. Nachmittags 1 Uhr hielten Merhöchstdie-selbeu, unter Bedeckung einer Landwehr-Kavallerie-Abtheilung hiesiger Stadt, bey der gün-stigsten Witterung, und unter dem lautesten Zurufen des Volkes Ihren feyerlichen Einzug.Die Empfangs-Anordnungen, durch Errichtung kolossaler,-den Kunstsinn deö hiesigen Werk-meisters Haag neuerdings bewährender Triumphbögen, durch Aufstellung der Schuljugend, derZünfre in ausgewählter Kleidung mir ihren Jnsignien und Fahnen, die einfache und niedlicheVerzierung der Häuser, dann die Paradirung und schöne Haltung des hiesigen Landwehrbatail-lons, mir'der Tags vorher fcycrlich eingeweihten Fahne an der Spitze, entsprachen vollkommenden Erwartungen^Sr. Durchlaucht des kouigl. Regierungspräsidenten, Herrn Fürsten von Occ-