Nro. n?. Donnerstag/ den io. Sept. 1829.
zeitung,
Von Staats, gelehrten, historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten.
Mir allerhöchsten
Redakteur: F riedrich Loe. Gedruckt und verlegt von Joseph Anton Moy.
Der ösierr. Beobachter meldet: Nachrichten aus Konstantinopel vom 17. Aug. zufolge istdie Pforte den Hanpt-Bestimmungen des Traktats von: 6. Jnl. beygetreten, und hat, durchdie vereinten Vorstellungen der Misstonen von England, Frankreich , Oesterreich und Preußenbewogen, dem Großwesstr den Befehl ertheilt, Bevollmächtigte an den General Diebitsch znrunverzüglichen Eröffnung einer Friedens-Unterhandlung abzusenden.
Von der servischen Gränze, den so. Aug.
Briefe von achtbaren Handelshäusern zu Sophia melden, daß die russische Armee Adriano-pel verlassen, und eine Kolonne die Straße »ach Fery am Meerbusen von Enos eingeschlagenhabe, die Hauptarmee aber aufKonstantinopel marschire. Man vermuthet, daß die gegen Ferybeorderten Truppen die Verbindung mit der russischen Eskadre vor den Dardanellen herstellen,sollen, und hegt in Sophia große Besorgnisse über dieß Manouvre. Es ist gewiß, daß die Er-scheinung der russischen Truppen an der Küste deS Archipels die Schlosser an den Dardanellen un*mittelbar in Gefahr setzt, und daß die Hauptstadt bey der Nachricht von dieser zweyfachen dro-henden Annäherung des Feindes leicht in Gährung gerathen konnte. Bey einem Volksaufstandeaber würde selbst das Leben des Sultans, an das allein die Fortdauer des osmannischen Dau-ses und Reiches geknüpft ist, gefährdet seyn.
(Beschluß der gestern abgebrochenen Nachrichten vom Kriegsschauplatze.) „Ehe ich einenBericht von dem erfolgten Gefechte liefere, wird eine Beschreibung von der Lage der StadtSliwno nicht überflüssig seyn. Dieser Ort liegt Fuße der den,elbcn umgebenden Vergeb
welche die lcMen Anhdye» des W-'kanS bilden, uns deren felsige Rücken mir niedrigem, aberstachlichtem Gebüsche bedeckt sind. D>e aus den Gebirgen hier >
der Kvsansche, welcher etwa 4 Werst vor Sliwno aus dem Balkan tritt, sich mit dem von Kar-uabat vereinigt, und bis znr Stadt über eine offene Flache hinlauft; 2) der von Jambol ,welcher auf ebenen und offenen Thalern zu dieser Stadt führt; S) der Weg von Jansiaar flößtetwa eine Werst von Sliwno auf die Straße von Jambol ; 4) ein Bergweg führt nach Ka-sanlyk und 6) ein anderer nach Starorcka. Die Scadt hat einen sehr weiten Umfang, undist nach Jambol hin, von welcher Seite der Feind unsern Angriff erwartcre, durch Schanzenbefestigt. Nachdem ich alle diese Lokalitäten in Betracht genommen hatte, ergriff ich meineMaaßregeln so, daß ich dem Feinde alle Wege abschnitt, auf denen er sich mit der Artilleriezurückziehen konnte. Deßwegen ließ ich in der Nacht vom 50. auf den si. (11. und 12. Äug.)das 7te Korps mit der ganzen Kavallerie, und der zu ihm gehörenden Artillerie, sich in derStille auf dem Wege von Karnabat de^ Stadt Sliwno auf 8 Werst nähern. Das 6teKorps rückte um 3 Uhr-Morgens aus, dir Stc Infanterie - Division aber mit dem Grafen Pah-le», der in der Nacht eingetroffen war, nach einer kurzen Rast, um 6 Uhr, um die Reserve jenerKorpS zu bilden. Das Detaschement des General- Majors Schcremetzcw, das aus Jambol auSmarschirt war, näherte sich auf diese Weise Sliwno, und machte 8 Werst von die,er Sradtssbalt. Er hatte Befehl, mit Tagesanbruch gerade auf den Weg von Janisaar zu marfthirenund denselben zu besetzen. Am 31. (12. Aug.) um 6 Uhr Morgens, als sich das Korps desGeneral-Lieutenants Rüdiger der Vereinigung der Wege von Kasim und Karnabat näherte,detaschirte ich sogleich dorthin das 6te Regiment der Kvsacken vom schwarzen Meere, und be-fahl zugleich dem I4ten Jäger-Negimente, auf eben d,e,cm Wege, einige Werst vom Bal-kan selbst, einen festen Posten einzunehmen. Als Reserve für selbigen bestimmte ich die2te Brigade der Bugschen Uhlaneu-Division, um dadurch unsere rechte Flanke gegen eine plötz-liche Erscheinung des Feindes von der Seite von Kosan her zu schützen. Indessen setzte ichden Marsch weiter fort. Man nähert sich der Stadt von dieser Seire auf einem von Wein-bergen, Gärten und Gehölzen durchschnittenen Terrain, daher ich auch die ganze Kavallerie