Negensburg, bat den bis jetzt erschienenen 4 JahrgängenseinesKatbol. Literaturkalenders" ein Büchlein folgen lassen,welches ausschließlich der kathol. Presse gewidmet ist (Selbst-verlag des Verfassers). Das hübsch ausgestattete Wcrkchen ent-hält zunächst eine sehr sorgfältig bearbeitete Statistik der ka-tholischen politischen und kirchlich-politischen Presse deutscher Zunge in Deutschland , Luxemburg, Oesterreich-Ungarn undder Schweiz (nach Staaten bczw. Provinzen geordnet), sodannein Verzeichnis der Fachzeitschriften (nach Materien geordnet),eine eigene Rubrik über die katholische Presse in den VereinigtenStaaten von Nordamerika , ein Verzeichnis; der katholischen Ka-lender (1211), genaue Mittheilungen über die bestehendenZeitungS-Correspcnvcnzen, Agenturen für Feuilleton-Bedarf,Anstalten für Herstellung von Autotypien und Zinkätzungen,Agenturen und Verlagsbandlnngen, welche Buchdruck-Clickösliefern, endlich ein Verzeichnis katholischer Schriftsteller, welcheFeuilleton- und Kalender-Material liefern. Auch die katholischenPretzvereine in Deutschland und Oesterreich sind nickt ver-gessen; sowohl über den deutschen Augustinus-Vcrein als auchüber die beiden österreichischen Vereine erkält man genauenAusschluß. Der Herausgeber hat sich durch sein neues Werkden Dank der ganzen katholischen Presse verdient. Aber nichtnur den Redacteuren, Verlegern und Schriftstellern, sondernauch dem inserireuden und litcratursreundlicken Publikum wirddasHandbücklcin der katholische» Presse" ein wichtiger Führerauf einem Gebiete sein, dessen stetige Ausbreitung durch dieStatistik in erfreulichster Weise bestätigt wird.

kszzodoloFia rabionalis sivs pdilosopdia äs anima

Imma.ua. In usum soliolsiium. ^.uelors Psruaräo

Losääsr 8. ä. Oum Xpprob. Lvu Xrebisp. IkriburA.

8°, XVII, 314. l?ribnr§i Lris§., Ileräsr 1894. krstüum:

21. 3,20; lix. 21. 4,40.

ä. v. D. Den bereits erschienenen und früher besprochenen4 Bündchen dcS >6ursus pliilosopbieus. In usum soliolarum -folgt hiermit das fünfte. Die Ausstattung ist wiederum treff-lich; die Latinität flüssig und leichtverständlich. Der ganzeStoff wird eingetheilt in zwei Bücher. Das erste handelt: äsaetibus eb kaeultatäbus aniiuas Iiumanas, und zwar in 5 Ka-piteln. 6apub I bringt die ävAmata lunäainölltalia: äs äis-kiuctious kaeult.at.uw aniwas und aus der Kosmologie (kliilo-sopdiu nakuralis) äs sorxors vivo vSAStali st animali.6aput II: äs ssnsu kowinis (äs sudjeoto aotus ssutisoäi,ortu sensationis, ssusibus sxtsrioribus st interioribus).6uput III: äs intsllsotu Humana (ojus iwwaterialitas, od-gsekum; oriKo priiuarum iäearum; oonseisntia sui ipsiusaniwas; woäus eoxuitiouis intellsetualis; intelleetus ratio-oinans; wsworia inbellsetiva; verbuw wsntis sto.). 6aputIV: äs kaeultatibua rrppstitivis Iiomini propriis (apxstitusssusitivus; voluntatis objsotum, libsrtas iuäitksrentias sto.).6aput V-. äs pobsukiis st haditidus aniwas in Asners eon-siäeratis. DaS zweite Buch handelt: äs natura Humanain 2 Kapitell;. 6aput I: äs priuoipio naturas humanasin spssis consiäsratas sivs äs aniwa ut priuoipio primavitas rationalis (animas simplieitas, spiritualitas, imwortali-tas). 6 aput II: äs natura Humana ei auima rationali stvorpors oonstituta (aniwas uuitas; moäus oorpori unionis;ssäss animas, ori§o ojusgus oum oorporis oriAius oannsxio;natura psrsonam humanam eomparatio). In einem kurzenAppendix ist zum Schlüsse Rede vom Spiritismus. Dieserganze Inhalt wird durchgeführt in syllogistischcn Beweisen von53 Thesen. Klarheit und Uebersichtlichkeit gewinnen dadurch.Für die Einwürfe und deren bündige Widerlegung ist zu Endeder einzelnen Thesen der Kleindruck gewählt, und tritt auch sodas Wichtigere schärfer hervor. Eingebender werden im Zu-sammenhange die falschen Theorien über die menschliche Er-kenntniß zurückgewiesen. So die von Spencer, Locke, Kaut,der TraditioualiSmus, die eingeborenen Ideen, der OntologiS -mus. Gelegentlich werden auch manche andere irrige einschlägigeAnsichten, wie von Nosmiui, Longiorgi uud Palmieri (beide 8.I.),berichtigt. Seinen längeren Aufenthalt in England benutzte derVerfasser, um sich auch in englischen Autoren näher umzusehenund öfter zu verwerthen. Im Allgemeinen bemüht sich derVerfasser sichtlich, an St. Thomas sich anzuschließen. Nur istihm dies nickt stets gelungen. So z. B. in der Eintheilnug.Die rationelle Psychologie (philosophia äs anima) muß zu-nächst das Wesen der Seele erforschen, um aus diesemtiefsten Grunde die Seelcu-Kräfte und -Thätigkeiten zu erklären(vgl. 8. Bh. I, gu. 75, Einleitung). Ferner ist St. Tbomas,Wie seinen großen Zeitgenossen, die äistiuotio kormalis zwischender Seele und ihren Kräften und zwischen den letzteren unter-

einander unbekannt. Sie nehmen in beider Hinsicht eineäistiuotio rsalis an. (Vgl. 8. Louavouturu säit. tzua-raeolii 2. 8eut äist. 24, p. 1, a. 2, gu. 4 und 8oho1iondazu; TiAÜara, 8umma pliilos. Tom. 2, I. 3, op. 1, a. 1;I. 4, op. 1, a. 2; LKAsr, kropaeäsutiou 4 a, kszwdol. 8sot. 2.llraet. 1, op. 1, a. 1; op. 3, a. 2; Eommcr, System der Philo-sophie, 3. B., 4. Kap. § 1; 5. Kap. § 1, 4) Manche Tbeienscheinen uns gar zu laugathmig, manche Partien zu weitschweifig.

Zum neuen Jahre! Eine Octave A B C-Stndien ausder Fibel und Bibel zur Anregung und Unterhaltungfür Junge und Alte von Carl Maria Sam berge r.Bambcrg 1895. Commissionsverlag der Sckmidt'schenBuchhandlung (L. Schindler). 175 S. Preis 2 M.

Vs. Ein origineller Titel für ein originelles Büchlein. Unterdie Hauptrubrikcn der sieben Wockcntaae sammt der Octave unddie untergcordn. Rubriken der einzelnen Buchstaben des Alphabetsordnen sick Schlagworte, welche mit den betr. Buchstaben desABC beginnen. Diesen Schlagworten fügt sich an einebuntschillernde Menge von Gedanken, Reflexionen, Wortspielen,Antithesen über Zustände der alten und der neuen Zeit, überalte ernste Wahrheiten und moderne luftige Thorheiten,bezüglich letzterer bald im Tone ernster Rüge, bald im Toneheiteren Spottes. Geschickte und Politik, Familie und Ge-sellschaft, Wissenschaft und Literatur, Schule und Haus, Kircheund antikirckliche Strebungen das alles in buntem Wechselwie in einem Kaleidoikop, bisweilen untermischt mit einemkurzen Poem. Und alles durchdrungen von gläubigem kirch-lichem Geist, geleitet von dem Streben, die irdischen menschlichenDissonanzen aufzulösen zu dem höheren Accord eines übernatür-lichen christlichen Lebens. Das Büchlein ist gedankenreich undregt wieder zum Denken an.

Die ägyptische Fürstentochter. Ein Weihnachtsi'picl in3 Auszügen von Jos. Hccher. Stuttgart , Jos. Noth'scheV-rlagshdlg. 8°. 53. Pr. 60 Ps.s. Atossa, die Tochter Balthassars, eines der hl. 3 Könige,ringt, während der Vater fortgezogen, den »Stern Davids" zujucken, in der Heimath in schwerem Geistcskampfe nach Erkennt-niß der Wahrheit. Eine jüdische Sklavin vermittelt ihr IsraelsHoffnung auf den Messias, und schon ist sie nahe daran, zudemselben Glauben sich zu erschwingen, wie ihr Vater, da fälltein auirührcrischer Negeifürst über Balthassars Reich her, erobertdie Königsstadt und führt alle in Gefangenschaft. Atossa wirdeingekerkert und soll nur befreit werden, wenn sie einwilligt,die Gemahlin deS Siegers zu werden. Folterwerkzeuge sollenihre entschiedene Weigerung brechen. Im letzten Augenblickekommt ibr Vater mit starker Heercsmacht, besiegt den Empörer.Atossa siebt diese Befreiung als ein Werk des wahren Gottesan und glaubt an ihn. Beim SiegeSfest erzählt BalthassarVon dem göttlichen Kinde und seiner Mutter. Mit der Ver-ehrung der hl. Familie, welche auf der Flucht in das ReichBalthassars gekommen, findet daö Stück seinen Abschluß. Insolcher Darstellung gefällt uns die Tochter des Magiers be-deutend besser, als wie Lewis Wallacc in Bcn Hur sie ge-zeichnet, welchem Hecker in der.Erzählung des Zusammentreffensder 3 Könige gefolgt zu sein scheint. Das Spiel ist dazu an-gethan, gewünschte Abwechselung in die Weihnachtsspiele zubringen.

Lucas Ritter v. Führich's ausgewählte Schriftenvon Heinrich von Wörndle. Stuttgart . VerlagNoth, 1894.

D. II. Wir haben in diesem gediegenen Schriftchen eineVeröffentlichung des Nachlasses deS zu Wien 1891 verstorbenenMinistcrial- und HofrathcS Lucas v. Fübrich, des würdigenSohnes Joscf's v. Fübrich, unseres bockgefeierten, weltberühmtenMalers, vor uns. Der Herausgeber schickt eine mit lebhafter Pietätgeschriebene Biographie des Verewigten voraus. In denErinner-ungen aus einer Künstlerwohnung" werden wir mitdenLebenSver-bältnissen dcS großen MalerS Josef Führich vertraut gemacht.Die anderen Aufsätze (5) lassen uns einen tiefen Btzck in diegottbegnadcte, kunstliebcude Seele des Verewigten thun. Währendmanche der erwähnten Aufsätze schon früher in Druck gekommen,sind andere und eine Anzahl Gedichte hier zum erstenmale ver-öffentlicht. Das treffliche Büchlein wird allen willkommen sein,die sich an trefflichen Charakteren begeistern wollen; so einerwar der Verewigte, dem Slöber in der Vorrede die Wortewidmet: Er war ein echter Gelehrter, ein sinniger Kunstsreund,ein inniger Poet, er hatte ein goldenes Herz.