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Bezüglich der Krebse wird dann am Schluß an daserwähnte Maß erinnert. Nur die rechten Steinkrebsesind in diesem Verbot nicht inbcgriffen.

Der dritte Theil der Ordnung handelt von denstraffen der so obverschribne gegot überfarn". Wer sichgegen das Mittelmaß verfehlt, hat zwölf Pfennige, wersich gegen die andern Vorschriften ein Verschulden zu-kommen laßt, einengülden rcynisch" seiner Gerichtsobrig-keit zu zahlen.

Alle diejenigen Stellen, wie Vizedom, Hauptleute,Pfleger, Nentmeister, Richter, Hofmarken, Städte undMärkte, welche zur Aufrechthaliung und Handhabung derOrdnung berufen sind, haben vereidigte Aufseher zu be-stellen, dievleissig aufsehen zu haben".

All unnser Preläten, die vom Adel nnnd annderdie »unsern, so Vischlehen auf der Thunaw und andernwasserstramen, auch gemaine oder aygne vischwasser inunnserm Fürstenthomb haben", werden ebenfalls ermähnt,bey vermeydung vorgeschribner pene und straff" dieOrdnung zu halten.

Mit den Bischöfen zu Salzburg, Eichstätt, Freising ,Negensburg und Passau soll in Unterhandlung getretenwerden, daß sie die gleiche Ordnung einführen möchten.

Von Interesse ist der Schlußartikel, der sich mitdem Fischen in gemeinen Wassern beschäftigt. Dem-zufolge darf nur derjenige in den gemeinen Wassernfischen, der mit den nächst umliegenden Anslößernwnnn,waid, trib und trabt" hat. Wer das übertritt, hat60 Pfennige zu zahlen.

Die heutigen Fischordnungen enthalten in der Haupt-sache drei Theile: Bestimmungen über eine Schonzeit,über das Minimalmaß und über Fangartcn und Fang-geräthe. Wir haben gesehen, wie die alte Ordnung von1516 oft in sehr strenger Weise den Anforderungenüber Mittelmaß und Fanggcräthe gerecht zu werden suchte;die Erkenntniß, daß man durch Schonen der Fische inder Laichzeit die natürliche Fortpflanzung schütze und einvermehrtes Fortkommen von Jnngbrut erziele, ist erstspäter durchgedrungen. Jedenfalls aber ist der Beweisgeliefert, daß man auch schon im 16. JahrhundertFischereiordnnngen zu machen wußte und daß nicht erstdie Neuzeit sich in einem Plagen der Fischer durch Auf-stellung allerhand lästiger Vorschriften gefällt. OhneOrdnung und Gesetz geht es bei der Fischerei so wenig,wie anderswo, und vielleicht, ich sage nochmals vielleicht,sehen es alle Fischer und Fischereiintcressenten noch ein-mal dankbar ein, daß durch weise Vorschriften ihnen eingewisser jährlicher Ertrag sicher gestellt werden kann,während sonst, wenn der bequemere Raubbau zugelassenwürde, auf ein fettes Jahr gar schnell die sehr magerenJahre folgen dürften.

Heim verhehlt sich nicht, daß in der Berechnung,die wir hier übergehen wollen, eine Menge kleinerer undgrößerer Fehlerquellen steckt. Der berühmte Schweizer Geologe hat dieselben eingehend überlegt und ihren Ein-fluß aus das Resultat zu berechnen versucht. Mancheder Fehler heben sich gegenseitig wieder auf, andere nicht.Wenn man alle Fehler möglichst ungünstig combinirendund groß annehmen will, mag sich das Resultat um50°/g, vielleicht sogar um 100 °/ ändern. Aber trotzdieser möglichen Fehler bleibt das Resultat der Be-rechnungen des Schweizer Geologen noch immer höchstinteressant und nützlich. Auf ganz exakte Berechnungendurfte man ja niemals hoffen! Wir haben wenigstens,sagt Heim, so viel erreicht, sagen zu können, daß seildem Rückzug der diluvialen großen Gletscher der letztenVergletscherung wenigstens 10,000, höchstens50,000 Jahre vergangen sind, und daß es sichjedenfalls bei der Frage nach dem Alter der Eiszeitweder um einzelne wenige Jahrtausende, noch um Jahr-hunderttausende, wohl aber um einige Jahrzehntausendehandelt. Die Größenordnung der Jahrzahl darf dochwohl als ein sicherer Gewinn dieser kleinen Untersuchungangesehen werden ein Gewinn, der übrigens in vollemEinklang steht mit dem, was mir, fährt Heim weiter,in Erwägung aller Thatsachen stets als das Wahr-scheinlichste erschienen ist. Wenn 16,000 Jahre seit derletzten Vergletscherung verflossen sind, so schätze ich ausinterglacialen Schieferkohlen, interglacialer Thalbildungu. s. w., daß 100.000 Jahre seit Beginn der erstenVergletscherung verflossen sein mögen. Professor Dr.Brückner in Bern und Dr. Steck haben das Alterder Deltabildungen zwischen Brienzer- und Thunersce zu20,000 Jahren, das Alter der Aare-Anschwcmmungen ober-halb des Brienzer-Sees zu 14,000 bis 15,000 Jahrenberechnet. Es ist nun höchst wahrscheinlich, daß dieseAnschwemmungen eben seit dem letzten Rückzüge desGletschers hinter diese Stellen begonnen haben, und so-mit ihr Alter nahezu gleichkommt demjenigen der Post-glacialzeit. Diese Zahlen bestätigen die Berechnungenvon Pros. I)r. Heim.

Nachdem sicher erwiesen ist, daß der Mensch in derJnterglazialzeit, d. h. in der der letzten Vergletscherungvorausgehenden Epoche schon gelebt hat, wie dieß derschöne Fund bei Taubach (Weimar ) beweist, so wird derMensch Europa schon länger als 10,000 Jahre bewohnen.Feuersteinmcsser, abgeschlagene Bisonknochen, Holzkohlen-stücke, aufgeschlagene Knochen von Löwen und Hyänenwurden hier gefunden. Der leider vor einigen Jahrenverstorbene Anthropologe Pros. Schaaffhausen hat aufdem Anthropologencongreß zu Münster im August 1890das Alter des Menschen zu 15,000 Jahren bestimmt.

Das absolute Alter der Eiszeit.

Von Max Maier (Scbauflinz).

In der Vierteljahresschrift derNaturforschendenGesellschaft in Zürich" (Jahrgang 39) hat ProfessorAlb?rt Heim das absolute Alter der Eiszeit be-rechnet. Quer durch den Vicrwnldstättersee, unterhalbBrunnen, zieht eine große Endmoräne. Das Seeboden -flück zwischen dem Muottadelta und dieser Endmoräneist erhöht durch die Concentration der Ablagerungen derMnoita auf diese Scestrccke. Diese Ablagerungen hinterder Moränenbarriöre müssen natürlich jünger sein, alsdir Barriöre. Das Volumen der Anschwemmung unddie dazu nöthige Zeit läßt sich berechnen.

Die Chronologie des hl. Willibald

nach der Klosterfrau von Heidenbeim a. H.,einer bayer. Schriftstellerin des VIII. Jahrh.Von I. N. Seefried.

(Fortsetzung.)

III.

Willibald, Bischof von Eichstätt (20. Oktober743 bis 7. Juli 779).

BonifaziuS zum lctztenmale in Rom 735.Hirschmann läßt den Benediktiuermönch Willibaldnoch in dem unmöglichen Jahre 740 nach Bayern kommen und zu Eichstätt die Priesterweihe erhalten.