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Ausstattung der überaus klar geschriebenen, lebrreichen Schriftist ganz vorzüglich; die prachtvollen syrischen Typen entstammender jetzt an erster Stelle stehenden orientalischen Druckerei vonDrugulin in Leipzig .
Handbüchlein für Priester in Sachen des drittenOrdens des hl. Franziskus. Zusammengestelltvon k. Bernard, Orä. Oap. Mit Erlaubniß desbischvfl. Ordinariates Mainz und der OrdcnSobcren.Mainz , Franz Kirchhcim, 1896. 18 (VIII u. 136 S.)60 Pfg., gebd. 80 Pfg.
Vorliegendes Büchlein aus der Feder des redegewandtenbekannten Predigers ist für die Priester bestimmt, welche ent-weder die unmittelbare Leitung einer Ordensgemeinde über-nommen haben oder sonst häufig in die Lage kommen, Tertiarierndie geistlichen Güter des 3. Ordens vermitteln zu müssen. Den-selben wird daS Büchlein willkommen sein, da die meisten Regel-büchlein nur für Mitglieder bestimmt sind und darum überdiejenigen Angelegenheiten, welche für den Priester besonderswichtig sind, entweder gar keine oder nur unvollständige An-gaben machen. Umsomehr aber ist auf einen Erfolg des außer-ordentlich billigen Büchleins zu hoffen, da dasselbe alle neuestenEntscheidungen der 8. 6. lustulA. enthält und eine kurze Zu-s ammenstellung der wichtigsten Bestimmungen des 3. Ordensvon manchem Priester als dringendes Bedürfniß häufig em-pfunden wurde. _
DaS Beichtgebeimniß vor Gericht. Von einem Juristen.Mainz , 1896, Kirchheim. gr. 8. (36 S.) 10 Pf.
Wie behandelt die moderne Gesetzgebung uM RechtsprechungDeutschlands und der bedeutsamsten Staaten Europa's daSBeichtgebeimniß vor Gericht? Diese Frage löst hierein hochangeschener praktischer Jurist unter kritischer Vorlageder einschlägigen Gesetze und gerichtlichen Entscheidungen. DieseSchrift ist ebenso für Juristen wie für Geistliche bestimmt Fürdie letzteren ist es eintretenden Falles von hoher Bedeutung,die Vorrechte, welche ihnen auf diesem Gebiete in den ver-schiedenen Ländern eingeräumt sind, genau zu kennen, um sichund andere vor Nachtheil und Schaden zu wahren. LetzterenZweck bat der Verfasser in seiner vortrefflichen Studie offenbarvor Augen gehabt und sein Ziel vollkommen erreicht. Daß eruniwthige Polemik gänzlich ausgeschlossen hat, ist nur zubegrüßen. _
Grundzüge der christlichen Apologetik von Dr. Jos.Bautz, o. ö. Professor der Theologie an der kgl. Aca-demie zu Münster i. W. 2. verbesserte Auflage. MitGenehmigung des bischöflichen Ordinariats von Mainz .Mainz , Franz Kirchhcim, 1896. gr. 8. (VIII u. 1ö9 S.)Mark 2.-.
Das deii- Gesammtstoff der Apologetik umfassende Werk,ursprünglich für Lehrzwecke bestimmt, ist nach Inhalt und Formbesonders auch für weitere Leserkreise, namentlich für gebildeteLaien, geeignet. Denn es behandelt aus verhältnißmäßig engemRaum zahlreiche und wichtige, Christenthum und Kirche be-treffende Fragen, ermöglicht im gegebenen Falle schnelle undbequeme Orientirung und setzt so den Leser in den Stand, nichtbloß sich selbst, sondern insbesondere auch andern gegenüber vonder unantastbaren und unerschütterlichen Wahrheit des christ-lichen und katholischen Standpunktes mit Gründen der Ver-nunft und Wissenschaft allseitig und erfolgreich Rechenschaft zugeben. Und gerade an gebildete, gläubige Laien tritt die Zeiteben mit vielfachen Anforderungen, oft Herausforderungen heran.So findet die gebildete Männerwelt in diesem „Grundriß " einvortreffliches apologetisches „Vademecum".
Einst und jetzt! Sociale PassionSbilber und ihr Wider-schein. Von k. Nector Georg Freund, 6. 8o. R.2. Aufl. 52 S. 6°. Preis 30 Pf. Diese Vortrügeerschienen nach kaum drei Monaten bereits in 2. Auflage.Verlag der Alphonsus - Buchhandlung in Münster inWcstphalen.
Der durch seine populären Schriften bestbekannle Ne-demptoristen-Nector von Prag schildert hier die verschiedenstenVorgänge des Leidens und Sterbens unseres Erlösers und ziehtdabei die herrlichsten Parallelen zwischen der damaligen undunserer Zeit. Schonungslos geißelt?. Freund den Mammons-dicnst der Gegenwart und warnt eindringlich vor dem schreck-lichen Gift Geist und Herz verderbender Lektüre. Wiederumenthüllt uns der Verfasser die bunten Erscheinungen des Zeit-
geistes, begeistert zu religiösem Muth und Entschiedenheit odermahnt ernst und liebemild zur Heilighaltuug des Familien-lebens und entlarvt das dunkle Treiben moderner Volksver-sührer. Mit dem Triumphe des bl. Kreuzes schließt die herr-liche Schrift. Bisheriger Absatz 8000 Exemplare.
„Fabiola." Religiöses Schauspiel nach Wiseman's gleich,namigem Roman bearbeitet von M. L. v. B. Mainz .1896, Kirchheim. 8. (60 S.) 60 Pf.
„Der Geiger von Gmünd." Schauspiel in 3 Auszüge»nach dem gleichnamigen Gedicht von I. Kcrncr frei be-arbeitet von Aloysia M. Mainz, 1896, Kirchheim. 8(42 S.) 50 Pf.
Die beiden dramatischen Spiele behandeln bekannteStoffe. Wer kennt nickt Cardinal Wiseman's herrlichen Romanund die fromme Legende von der hl. Cäcilia, die dem vor ihrerStatue knieenden Geiger zur Linderung seiner Noth den gol-denen Scknh zuwirft? Beide Stücke haben sich bei Aufführ-ungen bestens bewährt und sind allen katholischen Vereinen,Instituten rc. sowohl wegen ihres trefflichen Inhalts als auchder theatralischen Wirkung bei leichier Jnscenirung bestens zuempfehlen.
Das junge Mädchen ini Verkehr mit der Welt.Fingerzeige und Rathschläge von L. F. PeterS, Priesterder Kongregation des Allerbeiligsten Erlösers. DritteAuflage. Mit kirchlicher Approbation. Mainz , Kirch-bcim, 1896. 12. (IV u. 168 S.), in Leinen gebundenMark 1,20.
Wi- vielen und großen Gefahren ist das junge Mädchenin der Well ausgesetzt! Diese Gefahren deckt in obigem Büch-lein ein erfahrener Seclemührcr auf und gibt die Schutzmitteldagegen an. Zu diesen Gefahren zählt auch die Standeswahl.Deßhalb werden ausführlich der Ehestand, daS Leben im Klosterund das jungfräuliche Leben in der Welt behandelt und überdiese drei Stände beherzigcnswerthe Belehrungen und Rath-schläge ertheilt, von deren Befolgung für manches Mädchen dasganze Lebensglück abhängt.
Im Verlage der Jos. Kösel'schcn Buchhandlung in Kcmptcnerschien soeben ein neues Werk des berühmten PrälatenKneipp, betitelt: Ocsfentliche Vortrüge, gehalten vorseinen Kurgästen in der Wandelbahn in Wörishofcn. III. Band.Die Vortrüge der Jahre 1890 und 1891. Nach steno-graphischen Aufzeichnungen bearbeitet und herausgegeben vonPrio: §r. Bonifaz Neile, Sekretär des Herrn Prälaten Kneipp,und H. Hartmann. Mit einem Titelbilde. (M. 2,60.) Wiedie beiden ersten Bände, so enthält auch dieser neue Band dergesammelten Vorträge eine reiche Fülle von praktischenGesundheitSregeln und unzählige auS langjähriger Beobachtunghervorgegangenc, praktisch wohlerprobte Bemerkungen über dieWasserheilmethode und naturgemäße Lebensweise. Ein sehrausführliches Register erhöht den praktischen Weith dieses neuenWerkes, daS den Anhängern der Kneippkurmcthode sehr will-kommen sein wird.
Der Schmied von Neumarkt . Die bekannte Wochen-schrift „Das Bayerland" von Heinrich Leher weckt inihren Centenar - Erinnerungen von 1796 die Erinnerung aneinen oberpfälzischen Wiukilried, an den tapfern HufschmiedJung aus Neumarkt i./O. Am Morgen des 23. August ver-suchten die Oestcrreicker in Neumarkt einzudringen, welches oieFranzosen besetzt hielten. Das obere Tbor war mit Eisenwerkund Gebälk verrammelt und die französischen Chasseure hatten'dasselbe vom Ratbhaus aus unter Feuer genommen. Da tratder Thorschmied Jung mitten unter dem Kugelregen aus seinerSchmiede hervor, schaffte mit wuchtigen Hieben das Gebälk undEisenwerk weg und ließ die Oesterrcichcr herein. Die Redactiondes „Bayerland" hat umfassende Nachforschungen angestellt, obnoch Nachkommen des tapferen Mannes existiren und ob dasGrab desselben erhalten sei. Das Ergebniß derselben war, daßdas Grab auf dem Kirchhofe in Neumarkt nicht mehr zu findensei, dagegen ist an seinem Sterbehause eine eigene Tafel mitfolgender Inschrift angebracht: „SterbchauS des ThorschmiedeSVeit Joseph Jung, welcher in dem Kriegsjahre 1796 durch Muthund Entschlossenheit bei Oeffnung des oberen Stadtthores sichum die Stadt Neumarkt verdient gemacht." Ferner wurde con-statirt, daß noch drei Urenkel Jung's leben: der Schneider-meister Xaver Jung in Deckung i./O., der Hafnermeister MichaelJung in München und der Schuhnzacher Joseph Jung in Fürth.