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t5i» Mchrcrcs ans den Papieren des Ungenannten. 16
oder ertheilet das schicklichste Beyspiel. Factum oder Allegorie:in dieser Macht allein liegt die Quelle aller unserer Berathun-gen, die dem Adam, des göttlichen Ebenbildes unbeschadet, ebensowohl ancrschaffen war, als sie uns angcbohrcn wird. Wirbabcn in Adam alle gcsündigct, weil wir alle sündigen müssen:und Ebenbild Gottes noch genug, daß wir doch nicht eben nichtsanders thun, als sündigen; daß wir es in uns haben, jeneMacht zu schwachen, und wir uns ihrer eben sowohl zu gutenals zu bösen Handlungen bedienen können. Dieser lehrreichenAuslegung wenigstens ist das so oft verhöhnte Märchen Mosissehr fabig, wen» wir die Accommodationcn, welche ein späteresSystem davon machte, nur nicht mit hinein tragen, und Accom-inodalioncn Accommodationcn scvn lassen.
Wie qcsaal: cinc gewisse Gcfangcnnchmung der Bcrnunftunter dc» Geborsam des Glaubens bcrubct blos auf dem we-sentlichen Begriffe einer Offenbarung. Oder vielmehr, — denndas Wort Gcfangennchmung scheinet Gewaltsamkeit auf dereinen, und Widerstrebe» auf der andern Seite anzuzeigen, —die Bernuuft giebt sich gefangen, ihre Ergebung ist nichts, alsdas Bekenntniß ihrer Grenzen, sobald sie von der Wirklichkeitder Offenbarung vcrsicbcrt ist. Dieß also, dieß ist der Posten,in welchem man sich schlechterdings bebauptcn muß; und esverräth entweder armselige Eitelkeit, wenn man sich dnrch hä-mische Spötter hcrauslachcn läßt, oder Bcrzwciflung an denBeweisen für die Wirklichkeit einer Offenbarung, wenn mansich in der Meinung hinausziehet, daß man es alsdann mitdiesen Beweisen nicht mehr so streng nehmen werde. Was mandamit retten will, geht um so viel unwiederbringlicher verloren;und es ist bloßer Fallstrick, den die Widersacher der christlichenReligion, durch Ucbcrtrcibnng des Unbegreiflichen in derselben,denjenigen von ihren Bcrtbcidigcrn legen, die ihrer Sache soganz gcwiß nicht sind, und vor allcn Dingcn die Ehre ihresScharfsinns in Sicherheit bringen zu müssen glauben.
Ein anderer Fallstrick, den man selbst Theologen von derbessern Art legt, ist der, daß man sich mit den bisherigen ka-tcchetischcn Lehrbüchern so unzufrieden bezeigt, und cS ihrerfehlerhaften Einrichtung zuschrcibt, daß die Religion nicht mebr