Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
Seite
49
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Sine Duplik.

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ihrer Lchrcr Lchrcr, längst beantwortet sind: so muß ich freund-schaftlich rathen, den grellen Ton ein wenig sanfter zu halten,dieweil es noch Zeit ist. Denn man möchte sonst sich ganz lä-cherlich gemacht haben, wenn man endlich erfährt, wer der ehr-liche unbescholtene Mann ist, über den man so christmilde ge-spöttelt; wer der unstreitige Gelehrte ist, den man so gern zumunwissenden muthwilligcn Lassen erniedriget hätte.

Das ist nichts als Gerechtigkeit, die ich seiner Person wie-dcrfahrcn lasse. Die Gerechtigkeit seiner Sacke steht auf ei-nem ganz andern Blatte. Ein Mann, der Unwahrheit, un-ter entgegengesetzter Ueberzeugung, in guter Absicht, eben soscharfsinnig als bescheiden durchzusetzen sucht, ist unendlich mehrwerth, als ein Mann, der die beste edelste Wahrheit ausVorurtheil, mit Bcrschrn.mng seiner Gegner, auf alltägliche Weisevertheidiget.

Will es denn Eine Klasse von Leuten nie lernen, daß esschlechterdings nicht wahr ist, daß jemals ein Mensch wisscnd-lich und vorsctzlich sich selbst verblendet habe? Es ist nichtwahr, sag ich; aus keinem geringern Grunde, als weil es nichtmöglich ist. Was wollen sie denn also mit ihrem Vorwürfemuthwilligcr Vcrstockung, gcflicsscndlicher Verhärtung, mit Vor-bedacht gemachter Plane, Lugen auszustaffire», die man Lügenzu seyn weiß? WaS wollen sie damit? Was anders, als Nein; weil ich auch ihnen diese Wahrheit muß zu gutekommen lassen; weil ich auch von ihnen glauben muß, daß sievorsctzlich und wisscndlich kein falsches verlcumdrisches Urtheilfällen können: so schweige ich, und enthalte mich alles Wic-dcrschcltcns.

Nicht die Wahrheit, in deren Besitz irgend ein Mensch ist,oder zu sc»in vcrmcynct, sondern die aufrichtige Mühe, die erangewandt hat, hinter die Wahrheit zu kommen, macht denWerth des Menschen. Denn nicht durch den Besitz, sonderndurch die Nachforschung der Wahrheit erweitern sich seineKräfte, worinn allein seine immer wachsende Vollkommenheitbestehet. Der Besitz macht ruhig, träge, stolz

Wenn Gott in seiner Rechten alle Wahrheit, und in seinerLinken den einzigen immer regen Trieb nach Wahrheit, obschon

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