vinc Tuplik.
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sich von selbst versteht? Er ließ es aus, weil es wirklich nichtgeschehen war? — Nun, so ist Maria Magdalena nicht nureine unbesonnene Närrinn, sondern noch dazu eine unverschämteLügnerinn. Denn sie spricht zu den Jüngern: Sie haben denHerrn weggenommen aus Sem Grabe, uns wir wissennicht, wo sie ihn hingelegt haben. Wie konnte sie das sa-gen, wenn sie nicht einmal zugeschen hatte, ob er auch wirklichweggenommen wäre? Sagt sie nicht mit diesen nehmlichenWorten, daß sie wirklich zugesehen habe? — Nur darum, weilsie es hier selbst sagt: hielt Johannes für überflüssig, es dieZeile vorher von ihr zu sagen. — Oder ist das kein Lügner,der seine Vermuthungen für k'acta ausgicbt?
Doch ich will auf dieser Verleumdung der armen MariaMagdalena — es ist eine wahre, wahre Verleumdung — nichtweiter bestehen. Es soll auch damit seyn, wie mein Nachbares haben will. Denn ich will seine Sätze hier gar nicht wider-legen: ich will sie vielmehr annehmen, und mich mit ihnen nurzum Matthäus wenden, um zu sehen, wie dieser dabey wegkommt.
Präge dir, mein geduldiger Leser, diese vier Sätze wohl ein,und lies nunmehr mit mir bey dem Matthäus: Am Abendaber des Sabbarhs, welcher anbricht am Morgen des er-sten Fc/erlages der Sabbathen, kam Maria Magdalena und die andere Maria, das Grab zu besehen. Und siehe,es geschah ein groß Erdbeben. Denn der LLngel desHerrn kam vom Himmel herab, trat hinzu, und walzeteden Stein von der Thüre, und serzre sich darauf, und seineGestalt war wie der Vlicz, und sein Rlcid weiß, wie derSchnee. Die Hüter aber erschraken für Znrchr, und wur-den, als waren sie todt. Aber der Engel antwortete undsprach: fürchtet euch nicht! —
Und so wcitcr! Es ist genug, mein Leser. Aber wissenmuß ich, ob du es auch recht begriffen hast, wie viel du in die-sen wenigen Worten des Matthäus gelesen? — Und sich; dafällt denn folgendes Gespräch unter uns vor:
Ich. Wie viel also, freundlicher Leser, hast du itzt beydem Matthäus gelesen?
Du. Wie viel? hm!