Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
Seite
74
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74 viiie Duplik

Ich. Ha! ich errathe dich. ES ist wahr; ich nuiß nichtfragen, wie viel? Sondern: wie viclcrley?Du. Das sollt ich meynen!Ick- Also wie viclcrley?

Du. Wic willst du, daß ich dir antworte? Nach dem gc.funden Menschenverstände? Oder nach den Sätzen deines Nachbars ?

Ick- Ich hoffe ja, daß beides einerley seyn wird.

Du. Mit nichte»! Denn nach dem gesunden Menschen-verstände habe ich nur einerley gelesen; indem alles ja vollkom-men so fortlief, als ob es nur Ein Anfang, nur Ein Fort-gang, und nur Ein Ende Einer und eben derselben Begebenheitwäre. Ich nehme an, wir hätten ausgclcscn.

Ich- So laß den gesunden Menschenverstand ein wenigschlafen; und antworte mir auf die andere Weise. Wic vic-lcrley, nach den Sätzen meines Nachbars?

Du. Dreycrlcy. Erst: einen vorgehabten und angcfang-ncn Abendbcsuch, aus welchem ward, ich weiß nicht was.Zweytens: eine Erscheinung, erschienen ich weiß nicht wem.Drittens: einen Morgcnbesuch, welcher anficng, ich weiß nicht wic.

Ick- Warum sagst du: cincn Abcndbcsuch, aus welchemward, ich weiß nicht was?

'Du. Weil ihm das Ende fehlt, und dein Nachbar selbstnicht weiß, was daraus geworden. Es geht damit bis auf dieWorte: sie kamen, Oas Grab zu besehen. Sie kamen, übcr-sctzt dein Nachbar durch, sic giengen. Sic gicngcn also, sagtcr:aber das Thor war entweder schon zu, oder sie wurdenvon der Wache gewarnt, nicht weit zu gehen, wenn sie vordem Thorschluß? wieder in die Stadt wollten." Kurz, siemachten was man nennt, einen Flcischcrgang. Und diesenFleischcrgang hielt dennoch der h. Geist für wichtig genug, ihnaufzeichnen zu lassen. Denn cr kam aus herzlicher Liebe zu Jesu.

Ick- Recht hübsch für eine Predigt! Aber warum sag-test du: eine Erscheinung, erschienen ich weis; nicht wem?

Du- Weil sie den Weibern nicht geschehen seyn soll, unddie Hüter, welche darüber crschrackc», und vor Furcht wurden,als wären sic todt, auch nicht viel davon abbekommen haben können.