Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
Seite
77
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Eine Tuplik,

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Ick- Das wäre!

Du. Wie albern du dich stellst! Oder heißt das nichtaus zwey Begebenheiten Eine machen, wenn man von jener denKopf nimmt, und den Schwanz wegläßt, und von dieser denKopf wegläßt, und den Schwanz nimmt, und Kopf von jenerund Schwanz von dieser unmittelbar an einander hängt, ohneim geringsten, auch nicht durch eine einzige Partikel, anzuzeigen,daß Schwanz von jener und Kops von dieser fehlen?

Ich. Das thäte min freylich wohl Matthäus, nach denSätzen meines Nachbars! Aber wenn der Schwan; vonjener, und der Kopf von dieser, nun nichts enthielt, was derMühe des Erzählens werth war?

Du. Nun ja doch; so konnte er sie weglassen! Aber erwußte doch, daß er sie weglasse? in seiner Seele mußte docheine Zdcc davon seyn, daß jener Kopf nicht zu diesem Schwänze,und dieser Schwanz nicht zu jenem Kopfe gehöre?

Ick- Allerdings.

Du- Und du glaubst, der h. Geist hätte es sich für unanstän-dig oder für zu schwer gehalten, diese Zdcc von Zusammcndrän-gung und Verstümmelung zweyer Begebenheiten in Eine, welchein der Seele des Matthäus doch liegen mußte, durch irgendeine kleine Partikel mit anzudeuten? Hätte der h. Geist demMatthäus die Feder nngeführt gelassen: ich bin gewiß, Matthäusselbst, Matthäus allein würde schon, auch eben so kurz, in sei-nen Worten zu unterscheiden gewußt haben, was so unterschie-den in seinem Kopfe war. Also, sage deinem Nachbar vonmeinetwegen

Ick- Nein, nein; ich will meinem Nachbar von deinetwegennichts sagen. Du bist zu bitter, ungeduldiger Leser. Tritt ab!tritt ab!

Ich will lieber von meinetwegen den Nachbar noch bit-ten, alles dieses wenn es ihm schon ein wenig zu bcisscndsollte gesagt seyn, wozu hilft das Salz, wenn man nichtdamit salzen soll? ruhig und sorgfältig zu überlegen, und mirbey Gelegenheit wissen zu lassen, ob er noch seine Sätze fürso klar und richtig hält, daß ihre Verwirrung nur Vorsayseyn könne? Nornchmlich beschwöreich ihn: wohl in Erwägung