(nnc ?uplik.
ja mit keiner Sylbe, daß sie die erste gewesen. Denn ob erschon keine andre vorher erzählt, so folgt doch daraus nicht,daß auch keine vorhergegangen. Woher wissen Sie es dennalso, daß Magdalcna ganz allein die erste persönliche Erschei-nung Christi gehabt? Ich will doch nicht hoffen, daß Sie diencbmlichc Stelle zum Beweise sowohl für die gewöhnliche, alsfür die neuerdings von ihnen hineingelegte Meynung brauchenwollen? Sie werden ja nimmermehr, wie jener Geizhals, dasFutter wieder in der Krippe suchen, von welchem Sie wissen,daß Sie es Ihren eignen Pferden hcrausgcstohlcn? — Unddoch ist es so. Wahrlich, so lange es Ausleger auf der Weltgiebt, glaube ich nicht, daß Einem sein untreues Gedächtnißeinen so lächerliche» Possen gespielt habe. Merken Sie sichdoch, wenigstens anfs künftige, lieber Nachbar, daß, nach demLügner, kein Mensch unter der Sonne ein gutes Gedächtnißnöthiger hat, als — der elende Ausleger. —
Wenn ich hier, voller Verdruß und Eckcl, die Feder ausder Hand würfe: wer könnte es mir verdenken? — Ich binbis an die Hälfte der Widersprüche, und habe unter allen fün-fcn nicht Lincn widerlegt gefunden: da es schon für mich ge-nug wäre, wenn nur Einer nnrviScrlcgt geblieben wäre. —Dem ohngcachtct, mnthig an die andre Hälfte nur auch!Sechster IViVcrspruch.
„Nach dem XNarchäus ist der auferstandene Jesus der„Maria Magdalcna auf dem Rückwege zur Stadt erschienen:„und nach dem Johannes vor der Thür des Grabes.
Legt einem nnbcfangcncn, von keinen harmonistischcn Flicke-rcycn etwas wissenden, vernünftigen Leser den Matthäus undJohannes vor: und hört, was er sagt. Wenn sich das nichtwiderspricht, so widerspricht sich nichts. Und wie? gestehen dennselbst die Harmonistcn nicht, daß hier offenbar ein Widerspruchbleiben würde, wenn sie nicht zu machen wüßten, daß Mat-thäus das nicht sagt, was er doch sagt? Würde der Nachbarselbst den Matthäus so mißhandeln, wie ich oben gezeigt habe,daß er thut, wenn Matthäus, natürlich verstanden, mit demJohannes zu vereinigen wäre? — Matthäus nennt die MariaMagdalcna unter den Weibern, die den Leichnam Christi zu