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Eine Duplik.
rakter derselben nicht streitet; daß man sie fluchen und lügenund lästern kann lassen, so arg man will; und daß kein Menschden Komödienschreibcr dafür muß ansehen wollen. Aber Unter-redungen, die zu Untersuchung der Wahrheit geschrieben werden,sind keine Komödien: und der Verfasser solcher Unterredungen mußfür alles stehen, was er nicht darinn gelegentlich selbst verwirft,oder wenigstens mit einem mißbilligenden Seitenblicke bezeichnet.
Also, lieber Nachbar, was sagen Sie? den Befehl, vorserste in Zerusalem zu bleiben, habe Christus seinen Züngcrnam Tage seiner Himmelfahrt gegeben, wie jeder sehen müsse,der Ap. Gesch. I, 3. 4. lesen könne? — Es ist mir unbegreif-lich, wie Sie so etwas so dreist in die Welt schreiben können.Wenn die Bibeln in der Welt noch so rar wären, daß maneine von hundert Meilen her verschreiben müßte: so wäre esnoch was. Aber da jeder Ihrer Leser nur die Hand ausstreckendarf, um sie auf der Unwahrheit zu ertappen — Wahrhaftig,unbegreiflich! ganz unbegreiflich!
So viel ist wahr: daß der Anfang der Apostelgeschichte bisauf den 9ten Versikcl, drey vcrschicdne Absätze hat, die wohlein Mann durch einander mengen könnte, der im Schlafe zulesen gewohnt ist. Die zwey ersten Bcrsikcl enthalten einenbloßen Ucbcrgang von dem ersten auf das zweyte Buch desLucas, mit genauer Bemerkung, bis wie weit das erste Buch,sein Evangelium, gehe. Hierauf wicderhohlt er kürzlich, V. 3. 4. 5.was Ehristus in den 4V Tagen nach seiner Auferstehung gethanund gesagt: und kömmt sodann, im titen V. auf die ganzletzte Begebenheit seines ersten Buchs zurück, von welcher erden Faden wieder aufnimmt. Diese letzte Begebenheit ist dieHimmelfahrt Ehristi, von welcher wir hier, B. 6. 7. 8., »ocheinen Umstand erfahren, den Lucas, weil er sich auf die Zu-kunft bezog, lieber zu Anfang des zweyten, als zu Ende desersten Buchs erzählen wollte.
Wenn nun der Befehl, daß die Jünger vors erste nichtvon Jerusalem weichen sollen, in dem mittelstcn Absätze vor-kömmt; wenn es nichts weniger als unwidcrsprcchlich ist, daßo"uvx^ov7-^ v. <1. sich auf o-vi,n^igc^i.xvo? v. 4. beziehet,und Lucas vielmehr im Kten Versikel von einer ganz andern