Eine Tuplik.
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Versammlung zu reden anfängt, als deren cr im ^tcn Vcr-sikcl gedenkt, wo nur von einer Versammlung der Eilfc dieRede war, anstatt daß im l-tcn Vcrsikel eine weit grössereVersammlung von Züngcrn zu verstehen, die bey der Him-mclfabrt gegenwärtig seyn sollten; wenn es noch im gering-sten nicht erwiesen ist, daß das o-uv-x^o.^-vo? v. 4. nicktsals ein bloßes ousammenbringen bedeute, und folglich diebeyden ältesten Ucbcrsclzcr, der Lateinische und Syrische, die esdurch eonvoscons geben, völlig unrecht hätten; wenn sogar eshöchst wahrscheinlich ist, daß Lucas mit diesem Worte ebennickt wie Zcnophon sich ausdrücken, sondern vielmcbr auf ciucandere Stelle bey sich selbst verweisen wollen: (°) wie könnenSie denn sagen, daß jeder, der Apostg. I, 3. 4. lesen könne,scbcn werde, Christus habe nicht am Tage seiner Auferstehung,sondern am Tage seiner Himmelfahrt, den Jüngern bcfoblcn, inZcrnsalcm vors erste zu bleiben? Ich kann doch auch lesen: undscbc das nickt. Aber frcolick, ick will nickt sehen: und ganz recht;ick will mit fremde» Angcn nickt sehen, sondern mit meinen. —Wen» Sie sich nock begnügt bättcn zu sagen, daß jener Befehlin der Apostclgcsckicklc nickt eben am Tage der Aufcrstcbuiiggegeben zu seyn scheine- so möchte es noch! hingehen; Falls cran dieser Stelle allein stünde. —
Denn kurz: wozu alles dieses Spicgclgcfecktc?— Ihre Ver-sündigung ist bicr weit größer, als daß Sie blos Ihre Mey-nung in einer streitigen Stelle ganz offenbar finde». So waswicderfäbrt uns alle». Das wäre des Rügens nickt werth.Dabey kann man nock immer ein scbr ehrlicher Mann seyn.Aber, Nachbar, «uch dabey: wenn man nicht allein eine strei-tige Stelle als nicht streitig für sich anführt, sondern noch dazueine anderweitige, nicht im geringsten streitige Stelle, die aus-drücklich wider uns ist, rvisscndlich verschweigt? Auch da-bey? — Ich lasse es gelte», wen» man auf der Katheder dis-putirt; wo man sich nur seinem pro loco würdig zeigen soll.Da gilt allerley Münze. Aber wenn man vor den Augen derganzen Welt als ein unparthcyischcr Ilntcrsiichcr der Wahrbcit
V. Loilli Vol^ris I»leri>rcli» <ium receiiliorilius l5ul>»lio, Üt7.<!oiif. Llvck'm-j «>> I. q.