Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
Seite
114
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Eine Duplik.

seinen Jüngern daselbst sichtbar werden wolle. Und das, lieberNachbar, sehen Sie, das macht die Schwierigkeit, ans welchernach der Meynung des Ungenannten, und auch ein wenig nachmeiner, bey aufrichtiger Entwicklung, nichts gcringers als einformeller Widerspruch erwachst.

Denn lassen Sie uns doch mir die Erscheinung auf demBerge etwas genauer erwägen. Derjenige Evangelist, (Mat-thäus, ) bey dem der auferstandene Ehristus seinen Jüngernzwcymal befehlen läßt, unverzüglich nach Galilaa zu gehen,rvo sie ihn sehen würden, ist, wie gesagt, der einzige, der dieserErscheinung auf dem Berge gedenkt; ist der, der sonst durchauskeiner andern Erscheinung gedenkt; ist der, der dieser Erscheinungmit dem Zusätze gedenkt, daß eben auf diesen Berg sie Christusbcsihicven. Gesetzt nun aber auch, daß dieser Ausatz, dahinsie Christus bcschiedcn hatte, sich nickt ans den Berg, sondernblos auf Galiläa bezöge: so bleibt doch noch immer, auch ohnediesen Zusatz, die Ersckcinnng auf dem Berge die anberaumteErscheinung; und muß folglich, wenn ich sckon nickt sage, dieerste von allen Erscheinungen überhaupt, aber dock ganz ge-wiß die erste von allen Galiläischcn Erscheinungen gewesen scvn.Das ist nothwendig; das ist unwidersprcchlich: oder Matthäus (man merke das wohl!) Matthäus , der zu allererst schrieb, dernicht wissen konnte, was und wie viel der h. Geist nach ihmdurch andere Evangelisten würde ergänzen, würde berichtigenlassen, Matthäus hat als Einer geschrieben, in dem nicht einFunken Menschenverstandes glimmet. Denn so, wie kein ver-nünftiger Mensch mit seinen Freunden eine zweyte, dritte Zu-sammenkunft verabredet und anberaumet, ohne zu wissen, wound wenn die erste geschehen soll: so kann auck kein vernünfti-ger Geschichtschreiber von Anberaumung einer Zusammenkunftsprechen, und in Erfolg dieser Anberaumung, ich weiß nichtwelcher zweyten, dritten Zusammenkunft gedenken, ohne vonder, welche die erste und nächste nach der Anberaumung gewesen,ein Wort zu erwähnen.

Zst es aber nothwendig, lieber Nachbar, daß die Erschei-nung auf dem Berge, die erste Galilaische Erscheinung muß ge-wesen seyn; ist es zugleich ausgemacht, daß dem ungeachtet die