Eine Tuplik.
Ersckeinung an dem See Tiberias, dem sogenannten Galiläi-schcn Mccre, vor jener Erscheinung vorhergegangen: nun sohaben wir ja zwey erste Galiläischc Erscheinungen. Zwey erste!— — Zwey gar? Eo, lieber Nachbar, was ist denn das,zwey erste? Zst es ein Räthsel? oder ist es ein Widerspruch?Mir ist es nur ein Räthsel. Dem Ungenannten war es einWiderspruch. Und Ihnen, Nachbar? O! Ihnen ist es wederdas eine, noch das andre. Ihnen sind zwey erste, zwey erste!Sie können nichts, als den Mann beklagen, der zwey so vcr-schicdne Zwey lieber in Widcrspruck stellen, als trennen will.Die Kleinigkeit, daß sowohl das eine als das andre von diesenZwcu, in einem und eben demselben Betracht das Erste seynsoll, ist ja so eine Kleinigkeit! —
Mehr will ich hierüber nicht sagen. Wer gewisse Dingenicht sogleich fühlt, dem sind sie auf keine Weise fühlbar zumachen. Der
Zehnte Widerspruchobncdcm, ist mit dem neunten so genau verbunden, daß ichbey Gelegenheit seiner noch alles nackhohlcn könnte, was ichetwa bisher beyzubringen vergessen hätte. Ja, er ist, dieserzehnte Widerspruch, nicbts als die fernere stückweise Auseinander-setzung des Neunten. Und dieser Stücke macht der Ungenanntebesonders drcv, in welchen allen seine erkannten Widersprüchesehr leicht zu rechtfertigen sind, nachdem wir in dem Vorigenden Hauptgrund derselben gesichert haben.
Nehmlich; wenn der Ungenannte berechtiget gewesen ist,die Erscheinung auf dem Berge, und die Erscheinung am Meerein Galiläa, für einerley Erscheinung zu halten, die nur, durchdie immer wachsenden Abweichungen der mündlichen Erzählungin den ersten dreyßig bis vierzig Jahren, zu solcher Verschie-denheit gediehen; (er war zu dergleichen aber dadurch berechti-get, weil die Erscheinung auf dem Berge, als die anberaumteErscheinung, nothwendig die erste, wenigstens die erste in Ga-liläa seyn mußte, und gleichwohl die Erscheinung am Galiläi-schen Mccre, nach der Rechnung des Johannes, noch vor jenefällt:) so ist er allerdings auch berechtiget gewesen, darin einenWiderspruch zu finden, daß Matthäus die Galiläische Erschei-
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