Line Duplik.
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saß war es wenigstens, sie gut anzuwenden. Meine Ueberzeu-gung war es wenigstens, daß ich sie so gut anwenden könne.Ich überlasse es der Zeit, was meine aufrichtig gesagte Mey-nung wirken soll und kann. — Vielleicht soll sie so viel nichtwirken, als sie wirken ksnnee. Vielleicht soll, nach Gesetzeneiner höhern Haushaltung, das Feuer noch lange so fort-dampfen, mit Rauch noch lange gesunde Augen beissen, ehewir seines Lichts und seiner Wärme zugleich gemessen können. —Zst das: so verzeihe Du, ewige Quelle aller Wahrheit, die al-lein weiß, wenn und wo sie sich crgiessen soll, einem unnützgeschäftigen Knechte! Er wollte Schlamm dir aus dem Wegeräumen. Hat er Goldkörncr unwissend mit weggeworfen: sosind deine Goldkörncr unvcrlorcn!
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Nach diesem unwillkührlichcn Ausbruchc meiner innigstenEmpfindung, darf ich ruhig auf den Schlamm zurück sehen,den ich hier zu Hausse geführt habe.
Auf diese» Schlamm, auf diesen Schlamm, großer Gott!wenn auch einige Goldkörncr darunter wären, versetzt trotzignnd kcck mcin Nachbar das vollendete Gebäude seines Glaubens!
Denn hier muß ich meinen Leser an die obigen Standorteerinnern, auf welchen mein Ungenannter, und ich, und meinNachbar halten. An meines Ungenannten zu voreiliges auchdarum; an mcin bcschcidcncs obschon; an meines Nachbarsdreistes denn.
Welch ein Mann, mcin Nachbar! welch ein Christ! DieWidersprüche, aus welchen mcin Ungenannter zu viel schloß;die Widersprüche, die ich der Wahrhcit unbeschadet zugebe; dieseWidersprüche — Nein, nicht diese Widersprüche — die Ant-worten, die glücklichen Antworten, die sein Scharfsinn so son-der alle Mühe auf diese Widersprüche fand, — diese seine, —wie man will, — kunstlosen oder kunstreichen Antworten, —was spott ich? — Diese eckcln Mißgeburten seines eigenen Ge-hirnes — deren man freylich den langen Tag über nicht soviele ersäufen kann, als er die folgende Nacht wieder auszu-brüten im Stande ist: sind das, was seine Ueberzeugung an