Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
Seite
126
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125,

eine Parabel :c.

Recht gut! Ich lobe Sie darum, Ehrwürdiger Mann.Aber weil ich Sie lobe, daß Sie Ihre Pflicht thun: so scheltenSie mich nicht, daß ich die mcmige thue; oder, welcheseinerley ist, zu thun glaube.

Sie würden vor Ihrer Todesstunde zittern, wenn Sie ander Bekanntmachung der bewußten Fragmente den geringstenAntheil hätten. Ich werde vielleicht in meiner Todesstundezittern: aber vor meiner Todesstunde werde ich nie zittern. Amallerwenigsten deswegen, daß ich gethan habe, was verständigeChristen itzt wünschen, daß es die alten Bibliothekare zu Alcran-dria, zu Cäsarea, zu Constantinopel, mit den Schriften desFclsus, des Fronto, des Porphyrms, wenn sie es hätten thunkönnen, möchten gethan haben. Um die Schriften des letzter»,sagt ein Mann, der sich auf solche Dinge verstehet, gäbe itztmancher Freund der Religion gern einen frommen Kirchen-vater hin.

Und ich hoffe ja nicht, Ehrwürdiger Mann, daß Sie sagenwerden:jene alten Feinde der Religion hätten es allerdingsverdient, daß ihre Schriften sorgfältiger wären aufbehaltenworden. Aber wozu der Neuern ihre aufbewahren, die nachsiebzchnhundcrt Jahren doch nichts Neues sagen könnten?

Wer weiß das, ohne sie gehört zu haben? Wer von lin-sern Nachkommen glaubt das, ohne es zu sehen? Dazu bin ichder festen Meynung, daß Welt und Christenthum noch so langestehen werden, daß in Betracht der Religion die Schriftstellerder ersten zwey Tausend Zahre nach Christi Gcburtb, der Welteben so wichtig seyn werden, als uns itzt die Schriftsteller derersten zwey Hundert Jahre sind.

Das Christenthum geht seinen ewigen allmäligcn Schritt:und Verfinsterungen bringen die Planeten aus ibrcr Bah» nicht.Aber die Sekten des Christenthums sind die Phafts desselben,die sich nicht anders erhalten können, als durch Stockung derganzen Natur, wenn Sonn und Planet und Betrachter aufdem nehmlichen Punkte verharren. Gott bewahre uns vor die-ser schrecklichen Stockung!

Also, ehrwürdiger Mann: mißbilligen Sie cS wenigstensweniger hart, daß ich ehrlich genug gewesen, eben sowohl sehr