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128 Eine Parabel -c.
gesagt haben, daß auf die Einwürfe gegen die Bibel sich schlech-terdings nichts antworten lasse; daß es nur umsonst sey, dar-auf antworten zu wollen. Zch soll und muß die letzte unfehl-bare Zuflucht des Christen dem Theologen, je eher je lieberzu nehmen, angerathen haben; damit ein schwacher, aber groß-sprecherischer Feind desto eher das Feld behaupten könne.
Das ist nicht die wahre Vorstellung meiner Gedanken, ehr-würdiger Mann. Gleichwohl kann es bey Ihnen auch nichtVorsar; gewesen sevn, eine so falsche Vorstellung meiner Ge-danken zu machen. Sie waren, in Zuversicht auf Ihre guteSache, die Sie auch von mir angegriffen zu seyn vermeyntcn,zu hastig: Sie übereilten sich.
Ehrwürdiger Mann, die sich am leichtesten übereilen, sindnicht die schlechtesten Menschen. Denn sie sind größte» Theilseben so fertig, ihre Ucbcrcilung zu bekennen; und eingestandeneUebcrcilung ist oft lehrreicher, als kalte überdachte Unfehlbarkeit.
Sonach erwarte ich denn auch von Ihnen, ehrwürdigerMann, daß Sie, in einem der nächsten Stücke Ihrer frei-willigen Betrage, eine so gut als srcvwilligc Erklärung zuthun, nicht ermangeln werden; des Inhalts: daß allerdingsnoch ein gewisser Gesichtspunkt übrig scv, in welchem meinevon Ihnen angegriffene Stelle sehr unschuldig erscheine; daßSie diesen Gesichtspunkt übersehen; daß Sie weiter keine Ur-sache haben, diesen übcrschcncn Gesichtspunkt, nackdcm Sie vonmir darauf gcführct worden, nicht für den zu halten, auf wel-chen ich hin gearbeitet.
Nur eine solche Erklärung kann dem Verdachte Einbalt thun,den Sie, ehrwürdiger Mann, über meine Absiebten verbreitenzu wollen scheinen. Nur nach einer solchen Erklärung darf ichauf das wieder begierig sevn, was Ihnen ferner gegen mich zuerinnern, gefallen möchte. Ohne eine solche Erklärung aber,ehrwürdiger Mann, muß ich Sie schreiben lassen, — so wieich Sie predigen lasse.