Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
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Eine Parabel:c.

mein Ton, den ich mir künftig mit dem Hrn. Pastor Goe;eerlauben dürfte, ihr von dem allzuviel abzuweichen scheinensollte, den ich noch bisher anzugeben, für schicklicher gehalten.

Denn wahrlich, Herr Pastor, der zudringlichen Griffe, mitwelchen Sie an mich setzen, werden allmälig zu viel! ErwartenSie nicht, daß ich sie Ihnen alle vorrechne: es würde Siekitzeln, wenn Sie sähen, daß ich alle gefühlt habe. Ich willIbncn nur sagen, was daraus kommen wird.

Zch will schlechterdings von Ihnen nicht als der Mann ver-schrieen werden, der es mit der Lutherischen Kirche weniger gutmeynet, als Sie. Denn ich bin mir bewußt, daß ick es weitbesser mit ihr meyne, als der, welcher uns jede zärtliche Em-pfindung für sein einträgliches Pastorat, oder dergleichen, lieberfür heiligen Eifer um die Sache Gottes cinschwatzcn möchte.

Sie, Herr Pastor, Sie hätten den allergeringsten FunkenLutherischen Geistes? Sie? der Sie auch nicht einmal Lu-thers Schulsystem zu übersehen im Stande sind? Sie? derSie, mit stillschweigendem Beyfall, von ungewaschenen, auchwohl treulosen Händen die Seite des Luthcrschen Gebäudes,die ein wenig gesunken war, weit über den Wasscrpaß hinausschrauben lassen? Sie? der Sie den ehrlichen Mann, derfreylich ungebeten, aber doch ausrichtig, den Männern bey derSchraube zuruft: schraubt dort nicht weiter! damit das Ge-bäude nicht hier stürze! der Sie diesen ehrlichen Mann mitSteinen verfolgen?

Und warum? Weil dieser ehrliche Mann zugleich denschriftlich gegebenen Rath eines ungenannten Baumeisters, dasGebäude lieber ganz abzutragen, gebilligct? unterstützt?ausführen wollen? auszuführen angefangen? Nicht doch!nur nicht unterschlagen zu dürfen, geglaubt.

0 lanew llmplicitss! Aber noch bin ich nicht da.Herr Pastor, wo der gute Mann, der dieses ausrief, nur nochdieses ausrufen konnte. Erst soll unS hören, erst soll überuns urtheilen, wer hören und urtheilen kann und will!

O daß Er es könnte, Er, den ich am liebsten zu meinemRichter haben möchte! Luther, du! Grosser, verkannterMann! Und von niemanden mehr verkannt, als von den kurz-