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Slnomata.
theologisches Herz, so etwas zu schreibend — Schreiben Siees: so predigen Sie es auch. Und das läßt man Sie inHamburg predigen?
Üir. „Wir erkennen also die Wahrheit der christlichen Re-ligion nur alsdenn, wenn unsere Begriffe von derselben eben„diejenigen sind, welche die sckriftlichcn Ueberlieferungen, die„in der h. Schrift enthalten sind, davon in unsern Seelen„hervorbringen sollen."
Ich. — Sollen! Aber welche sollen sie hervorbringen? —Können Sie es leugnen, Hr. Pastor, können Sie es sich selbstverhehlen, daß nur wenige Stellen des ganzen R. T. bey allenMenschen die nehmlichen Begriffe hervorbringend daß der beyweiten größere Theil bey diesen diese, bey andern andere Be-griffe hervorbringt d Welches sind die rechten, die bcrvorgcbracbtwerden sollen? Wer soll das entscheiden? Die HcrmcnevtikdJeder hat seine eigene Hcrmcncvtik. Welches ist die wahre dSind sie alle wahr? oder ist keine wahr? Und dieses Ding,dieses mißliche, elende Ding soll die Probe der innern Wahr-heit seyn! Was wäre denn ihre Probe?
Er. „Freylich können die schriftlichen Ueberlieferungen der„christlichen Religion keine innere Wahrheit geben, wenn sie„keine hat.
Ick. Mich di'mkt, Hr. Pastor, daß Sie oben ganz so frey-gebig nicht waren, wo es Ihnen innere Wahrheit eines Lehr-satzes genug schien, daß er geschrieben da stehe. Sie sind dochwohl nicht nur darum so freygebig, weil Sie aus der Sache,mit der Sie es sind, im Grunde nicht viel machend weil Ih-nen eine geoffenbarte Wahrheit, bey der sich nickts denkenläßt, eben so lieb ist als eine, bey der sich etwas denken läßt?
iLr. „Das soll sie aber auch nicht.
Ick- Schön, daß sie nicht soll, was sie nicht kann! —Wenn aber die schriftliche Ueberlieferung der christliche» Religioninnere Wahrheit weder geben kann, noch geben soll: so hatauch die christliche Religion ihre innere Wahrheit nicht von ihr.Hat sie sie nicht von ihr: so hängt sie auch von ihr nicht ab.Hängt sie von ihr nicht ab: so kann sie auch ohne sie bestehen.Dahin will ich ja nur.