Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
Seite
159
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Zlnoinala. 169

Er.Ihr Zweck ist also dieser: die innere Wahrheit der-selben zu entdecken und zu beweisen."

Ick. Soll entdecken so viel heißen, als zuerst bekanntmachen: so habe ich schon bewiesen, daß die Schrift die innereWahrheit der christlichen Religion der Melt nicht zuerst bekanntgemacht hat. Hier setze ich noch hinzu; daß sie itzt den ein-zeln Menschen dieses noch weniger thut. Denn wir kommenalle, mit den Grundbegriffen der Religion bereits verschen, zuihr. Und beweisen! Soll beweisen hier mir so viel heißen,als, einen schriftlichen Belag geben, in welchem die Worte deszu beweisenden Satzes enthalten sind: so hat ja der Hr. Pastorselbst schon eingestanden, daß ein solcher Belag der innernWahrheit nichts helfen kann, nichts helscn soll. Soll aberbeweisen hier heissen, was es eigentlich heißt; die Verbindungeiner Wahrheit mit andern anerkannten und ungczwcifeltcnWahrheiten darthun: so kann ja jedes andere Buch dieses ebensowohl, als die Schrift; besonders nachdem es ihr die Schriftvorgcthan. Und so wäre wieder nicht einzusehen, warum diechristliche Religion iczt nicht ganz ohne die Schrift sollte be-stehen können.

iSr.Folglich sind es leere Worte, wenn man die innereWahrheit der christlichen Religion und die Ueberlieferungen,oder deutlicher, die heilige Schrift, einander als zwey vcr-schiednc Dinge entgegen seinen will."

Icb- Entgegen setzen? Wer will denn diese zwey Dingeeinander entgegen setzen? Ich? Ich behaupte ja nur, daß sieirzr von einander ganz unabhängig seyn können. Sind dennjede zwco vcrschiednc Dinge einander entgegen gesetzt? Werdas behauptet, mag frevlicd leere Worte macben: ich macbcdurchaus keine. Ich will dem Theologen die Schrift nicht neh-men, der allein an ihr seine Künste zu zeigen gelernt hat. Zchsehe cS zu wohl ein, wie viel das gelehrte Studium der Schriftallen andern Kenntnißen und Wissenschaften aufgeholfen hat;in welche Barbarcy wir leicht wieder versinken könnten, wennes ganz aus der Welt verbannet würde. Aber der Theologsoll uns Christen sein gelehrtes Bibclstudium nur nicht für Re-ligion aufdringen wollen. Er soll nur nicht gleich über Un-