Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
Seite
161
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Axiomata. 161

Doch ich bin cs herzlich satt, mit einem Tauben länger zureden. Sonst könnte ich hier nicht unschicklich einer Anwendungdieser Worte des Solon noch gedenken, die dem Hrn. Pastorhöchst ärgerlich seyn würde, wenn er nicht etwa schon wüßte,daß sie ein Kirchenvater gemacht hat. Und doch, was würdenohne Ausnahme die armen Kirchenväter für Wischer von un-sern Lulhcrschcn Pastoren bekommen, wenn sie itzt schrieben!Dieser nehmliche Kirchenvater entbricht sich nicht, eine zwcyfachechristliche Religion gelten zu lassen: eine für den gemeinen Mann,und eine andere für den feinern gelehrtem Kopf, die unterjener nur verborgen liege. So weit gehe ich doch noch langenicht. Bey mir bleibt die christliche Religion die nehmliche: nurdaß ich die Religion von der Geschichte der Religion will ge-trennt wissen. Nur daß ich mich weigere, die historische Kennt-niß von ihrer Entstehung und ihrer Fortpflanzung; und eineUeberzeugung von dieser Kenntniß, die schlechterdings bey keinerhistorischen Wahrheit sevn kann, für unentbehrlich zu halten.Nur daß ich die Einwürfe, die gegen das Historische der Re-ligion gemacht werde», für unerheblich erkläre; sie mögen beant-wortet werden können, oder nicht. Nur daß ich die Schwächender Bibel nicht für Schwächen der Religion halten will. Nurdaß ich die Prahlcrcy des Theologen nicht leiden kann, welcherdem gemeinen Manne weiß macht, jene Einwürfe wären alleschon längst beantwortet. Nur daß ich den kurzsichtigen Hcr-mcncvtikcr verschmähe, der Möglichkeiten auf Möglichkeiten thür-mct, um die Möglichkeit zu erhärten, daß diese Schwächen auchwohl keine Schwächen seyn könnten; der eine kleine Bresche,welche der Feind geschossen, nicht anders zu stopfen weiß, alsdurch einen weit großem Wallbruch, den er anderwärts miteignen Händen macht.

Und damit soll ich mich an der christlichen Religion versün-diget haben? Damit? damit, daß ich geschrieben:Was gehenden Christen des Theologen Hypothesen, und Erklärungen,nnd Beweise an? Ihm ist cs doch einmal da, das Christen-thum, welches er so wahr, in welchem er sich so selig fühlet,Wenn der ParalyticuS die wohlthätigen Schläge des cleklri-

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