Slnti-Goeze. Neunter.
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Mannes gewachsen. Aber alles dieses sind doch nur Ständ-chen ans der Littcrargcschichte, welchen mein Ungenannter nursiebenmal siebenmal so viel andere Stäubchcn eben daher ent-gegen zu setzen haben dürfte, um mich nicht zum Lügner zumachen. Und so mit den übrigen Kenntnissen allen! Selbstmit denen, die der Ungenannte gctu gar nicht, sondern mirvirtu-lliter besaß. Die Ursache ist klar. Er war ein selbstdcn-kcndcr Kops; und sclbstdcnkcnden Köpfen ist es nun einmal ge-geben, daß sie das ganze Gefilde der Gelehrsamkeit übersehen,und jeden Pfad desselben zu finden wissen, so bald es der Müheverlohnet, ihn zu betreten. Ein Wievieltheilchen eines solchenKopses dem Herrn Hauptpastor zu Theil worden, bleibt sei-nem eignen nnparthcyischcn Ermessen anheimgestellt. Gnng daß7 mal 7 nur 49 macht; und auch ein Neunundvicrzigthcilchenmeines Ungenannten noch aller Hochachtung werth, und sieben-mal mehr ist, als man an allen Orten und Enden der Chri-stenheit zu einem Pastor oder Hauptpastor crfodcrt.
Doch halt! Zch habe ja meinen Ungenannten anch einenehrlichen unbescholtenen Mann genannt: und dieses setzt dochwohl voraus, daß ich ihn näher und persönlich kenne? —Äuch dieses nicht! Und ohne mich viel mit dem ljuilil,et pr-v-smnilur ko. zu decken, will ich mir gleich sagen, was für Grundin seinem Werke ich gefunden babe, ihm auch diese Gerechtig-keit wicdcrfabrcn zu lassen. Nehmlich; obschon mein Ungenann-ter freylich alle geoffenbarte Religion in den Winkel stellet:so ist er doch darum so wenig ein Mann ohne alle Religion,daß ich schlechterdings niemanden weiß, bey dem ich von derblos vernünftigen Religion so wabrc, so vollständige, sowarme Begriffe gesunden hätte, als bey ihm. Diese Begriffeträgt das ganze erste Buck seines Werkes vor; nnd wie viellieber hätte ich dieses erste Buch an das Licht gebrackt, als einandres Fragment, welches mir seine voreiligen Bcstrcitcr abgc-drungcn haben! Nicht so wohl, weil die spekulativen Wahrhei-ten der vernünftigen Religion darin» in ein größer Licht durchneue und geschärftere Beweise gcstcllct worden: sondern viel-mehr, weil mit einer ungewöhnlichen Deutlichkeit darinn ge-zeigt wird, welchen Einfluß diese Wahrheiten ans unsere Wich-