Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
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Ami-Gocze, Zehnter,

Freylich desto besser, wenn die Briefe, welche Herr LiccntiatWittcnbcrg in Händen hat, einen Mann aus dem Spiele setzen,welchen mancher schwache Gesell sich als seinen Gewährsmannwohl wünschen möchte. Zn der That wüßte ich auch selbst,keinen neuern Gelehrten in ganz Deutschland , für welchen einBorurthcil in dergleichen Dingen zu haben, verzeihlicher wäre,als eben ihn. Aber eben daher möchte ich auch auf diesenMann keinen Fingerzeig geben, und wenn er mir selbst, ineigner verklärter Person, die Papiere aus jenem Leben gebrachthätte, mit dem ausdrücklichen Verlangen, sie unter seinem Na-men herauszugeben; und wenn er mir seitdem auch immer überdie zweyte Nacht wieder erschiene, und das nehmliche Gesuch,ich weiß nicht unter welchen Drohungen oder Versprechungen,wiederhohltc. Zch würde zu ihm sagen:Lieber Geist, heraus-geben will ich deine Handschrift recht gern; ob ich gleich wohlmerke, daß die Sache nicht ohne Gefahr ist, und man mirvorwerfen wird, daß ich die schwachen Gewissen nur damitärgern wollen. Denn was dieses Aergerniß betrift, darüberdenke ich wie Luther. Genug, ich kann ohne Gefahr mei-ner Seele, deine Schrift nicht unter den Scheffel stellen. Siehat Zweifel in mir erregt, die ich mir muß heben lassen.Und wer kann sie mir anders heben, als das Publicum?Mich an den und jenen berühmten Gottcsgclchrtcn durch Pri-vatbricsc deshalb zu wenden, das kostet Geld und Zeit; undich habe deren keines viel zu vcrsplittcrn. Also, wie gesagt,herausgeben will ich deine Schrist gern: aber warum soll ichsie nicht anders herausgebe», als mit deinem Namen? Bistdu in jenem Leben eitler geworden, als du in diesem wärest?Oder gehört dein Name auch mit zu den Beweisen? Wenndu auf diesem kindischen ärgerlichen Ehrgeize bestehest: so weißich wohl, woher du kömmst. Die Glorie, die du da um dci-nen Kopf hast, ist Betrug; denn du bist klein genug, nocheine andre nebe» ihr zu verlangen."

Diese Phantasie erinnert mich wieder a» den Borschlag,den ich oben zu thun im Begriffe war. Hat mein Unge-nannter nicht auS Ueberzeugung geschrieben; nicht aus innen»Drang, was er für wahr hielt, auch seinem Nächsten mitzu-