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Nöthige Antwort auf eine sehr imnöthige Frage.
kar in Vvolfenbütrcl habe Sem Haaptpasror in Hamburg nichts zu befehlen. Sehr wahr! Aber was hat denn derHauptpastor in Hamburg dem Bibliothekar in Wolfcnbüttcl zubefehlen, daß er ihn öffentlich vorladen darf, auf eine Fragezu antworten, die vorausseht, daß er befriedigend nicht daraufantworten könne?
Doch der Bibliothekar will es so genau nicht nehmen. Dennder Bibliothekar, wie gesagt, weiß sich rein, und muß herzlichlachen, wenn der Hauptpastor versichert zu seyn vorgicbt,*"„daß ich, wenn ich voraus hätte sehen können, daß die Con-„trovers diesen Lauf nehmen werde, mich wohl gehütet haben„würde, mich so frühzeitig zu verrathen, und die wahren Ger„danken meines Herzens zu offenbaren."
Ich habe nichts mehr gewünscht, als das; und es soll sichgleich zeigen, wer von uns beyden, ob der .Hauptpastor oderder Bibliothekar, mit der länger» Nase nun abziehen wird.
Denn kurz: ich antworte auf die vorgelegte Frage so be-stimmt, als nur ein Mensch von mir verlangen kann; daß ichunter der Christlichen Religion alle diejenigen Glaubenslehrenverstehe, welche in den Symbolis der ersten vier Jahrhunderteder Christlichen Kirche enthalten sind.
Damit sich der Herr Hauptpastor auch keine lVhistonscheFalle träumen lasse, setze ich hinzu, daß ich sogar das so ge-nannte Symbolum der Apostel, und das so genannte") Sym-bolmn des Athanasius mit darunter begrciffcn will, ob es schonausgemacht ist, daß diese zu jenen gar nicht gehören.
Bey dieser Erklärung könnte ich es bewenden lassen, unddürfte ruhig abwarten, wie der Herr Hauptpastor seinen Fcld-zug nunmehr weiter anzustellen belieben werde. Denn nunmehrist es an ihm, zu beweisen:
4) warum nothwendig die in jenen GlaubeiiSbckcnntnisscnenthaltenen Lehren sich verlieren müßten, wenn die Bibelsich verlöre;
2) warum diese Lehren längst vcrlohrcn gegangen seyn müß-ten, wenn die Bibel vcrlohrcn gegangen wäre;° S. 69.
') „so gcnannic" sehlt 1791.