Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
Seite
242
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242 Nöthige Antwort auf eine sehr unnöthigc Fragt.

§- 8.

Die Schriften des Neuen Testaments , so wie sie nnscr itzi-ger Kanon enthält, sind den ersten Christen unbekannt gewesen;nnd die einzeln Stücke, welche sie ohngcfchr daraus kannten,haben bey ihnen nie in dem Ansehen gestanden, in welchemsie, bey einigen von Uns, nach Luthers Zeiten, stehen.

§. 0.

Die Laycn der ersten Kirche durften diese einzelne Stückegar nicht einmal lesen? wenigstens nicht ohne Erlaubniß desPresbyters lesen, der sie in Verwahrung hatte.

§. 10.

Es ward sogar den Laven der ersten Kirche zu keinem ge-ringen Verbrechen gerechnet, wenn sie dem geschriebenen Worteeines Apostels mehr glauben wollten, als dem lebendigenWorte ihres Bischofs.

H.

Nach der kogula liiloi sind selbst die Schriften der Apostelbeurtheilet worden. Nach ihrer mchrcrn Uebereinstimmung mitder Kopula si-toi, ist die Auswahl unter diesen Schriften gemachtworden; und nach ihrer weniger» Uebereinstimmung mit dersel-ben, sind Schriften verworfen worden, ob sie schon Apostel zuVerfassern hatten, oder zu haben vorgegeben wurde».

§. 12.

Die Christliche Religion ist in den ersten vier Jahrhundertenaus den Schriften des Neuen Testaments nie erwiesen, sondernhöchstens nur beyläufig erläutert und bestätiget worden.

§. 13-

Der Beweis, daß die Apostel und Evangelisten ihre Schrif-ten in der Absicht geschrieben, daß die Christliche Religion ganzund vollständig daraus gezogen und erwiesen werden könne, istnicht zu führen.

§. 14.

Der Beweis, daß der heil. Geist durch seine Leitung es den-noch, selbst ohne die Absicht der Schriftsteller, so geordnet undveranstaltet, ist noch weniger zu führen.

§. 15.

Die Authcntic der liogula li<ivi ist viel leichter und rich-