248 Der nöthigen Antwort .ruf eine sehr uiuiöthige Frage
„Da die Kirchenväter, sagt er, bey Herr Lessing mehr gelte»,„als die Bibel" — (Vcrläumdung! die NcutcstamcntlichcnSchriften gelten mir nur nicht viel mehr, als die ersten Kir-chenväter.) — „so will ich ihm eine Stelle ans dem Jrcuäo„entgegensetzen, welche sein Gewäsche, und überhaupt seine in„der Antwort angegebenen 20 Satze auf einmal niederschlagen„kann. Dieser ehrwürdige Vater des zweyten Jahrhunderts„schreibt aäv. User. lib. III. cap.I. I^on eiiim per ulios äitpoli-„t'ionvm nol'troe talutis co^novimus, <piiu» per vos, per yu<»s„LvsnFvIiuin perveiüt ad »os, «iuotl «piilleiu tune priveonave-.,runt, postea vero per Dei voluiitatoni i» sciipturis »oliis tracli-„cleruiit, fuiillainentuiu et eolumiiai» tiilei noktrie tuturm». (5s„rvirS sich zeigen, ob Herr Lessing Stellen in Norrath habe,„welche hinlänglich scvn werden, dieses Zeugniß niederzuschlagen."
Und was sich iizt schon zeigt, ist dieses, daß Herr Goeze,wenn er sich in der Geschwindigkeit nicht besser beritten macbt,auf dem ausgeschriebenen Turniere nur eine sehr armselige Fi-gur spielen wird. — Er hätte den Ircnäus, den er citiret,selbst gelesen? Unmöglich! Er hat dieses einzelne Stcllchen,Gott weiß in welcher Lnthcrschcn Polemik, bloß aufgelesen.Denn er legt, wider alle Grammatik, wider allen Zusammen-hang, einen Sinn hinein, welcher nicht der Sinn des Ircnäus,sondern der Sinn der Lulhcrschcn Polemik ist, in welcher er esauflas. — Denn kurz, Ircnäus sagt in dieser Stelle schlechter-dings nicht, daß die Schrift der Grund und Pfeiler unsersGlaubens geworden. Wenn er dieses hätte sagen wollen, müßtees hcissen: in keripturls riokiis tiülliclerunt, luml.imoiitum et co-lumnsm lillei noltrN /»t«,-». Aber cs heißt nicht /»^«»-tL, son-dern /u^ttm, und bezicht sich nicht auf leri,,turis, sondern auf«zv-mFvIium, welches hier nickt die vier aufgezeichneten Evangclia,sondern den wescudlichcn Inhalt der Evangclicn, ohne Rücksichtauf dcsscn Ncrzcichnung, bcdcutct. Herr Goezc selbst, in derbeygefügten Ucbcrsctzuug dieser Stelle, hat nicht anders construi-ret; und nur bey ihm ist cs bcgrciflich, wie man so lcichtc Worteanders construircn und anders verstehen kann. Das Evange-lium ist der Grund und Pfeiler unsers Glaubens: wer leugnetdas? Allein das Evangelium ist eben sowohl ein priLcmuüum, als