Erste Folge.
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Sie erwiesen also nur, daß die Schrift diesen Ueberlieferun-gen nicht widerspreche.
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Und der Gebrauch, den sie sonach von der Schrift machten,war ein ganz andrer, als der, den man uns neuerer Zeit auf-gedrungen hat; welchem zu Folge nach dem gar nicht gefragtwird, was uns überliefert worven, sondern ans der einzigenSchrift unmittelbar bestimmt wird, was uns hatte überliefertwerden sollen.
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Sollte die Ueberlieferung gar nicht mit in Anschlag kommen:so müßte man behaupten, daß jeder vernünftige Mann, ohneim geringsten etwas von dem Lhristcnthume zu wissen, dasganze Cbristcnthum aus den Ncutcstamcntlichcn Schriften einzigund allein zicbcn und absondern könne; und daran zweifle ich scbr.
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Schade, daß davon keine Erfahrung gemacht werden kann,indem wohl schwerlich ein vernünftiger Mann zu den Ncutcsta-mcutlichcn Schriften kommen dürfte, ohne das Ehristcnthumvorher zu kennen; und die Kunst, es wieder zu vergessen, wenner zu dieser vcrmcyntcn einigen Quelle nun selbst kommt, nochsoll erfunden werden.