Erstes Gespräch. 257
die sie ihres nähern Umgangs würdigen, ihre Thaten vermu-then, errathen, — sehen, so weit sie zu sehen sind; diese fin-den Geschmack daran, und thun ähnliche Thaten.
Ernst.
Thaten? Thaten der Freymäurer? — Ich kenne keine an-dere, als ihre Reden und Lieder, die mcistentheils schöner ge-druckt, als gedacht und gesagt sind.
Falk.
Das haben sie mit mehrern Reden und Liedern gemein.Ernst.
Oder soll ich das für ihre Thaten nehmen, was sie in die-sen Reden und Liedern von sich rühmen?
Falk.
Wenn sie es nicht blos von sich rühmen.
Ernst.
Und was rühmen sie denn von sich? — Lauter Dinge, dieman von jedem guten Menschen, von jedem rechtschaffnenBürger erwartet. — Sie sind so freundschaftlich, so gutthätig,so gcborsam, so voller Vaterlandsliebe!
Falk.
Ist denn das nichts?
Ernst.
Nichts! — um sich dadurch von andern Menschen auszu-sondern. — Wer soll das nicht seyn?
Falk.
Soll!
Ernst.
Wer hat, dieses zu seyn, nicht, auch ausser der Freymäure-rey, Antrieb und Gelegenheit genug?
Falk.
Aber doch in ihr, und durch sie, einen Antrieb mehr.Ernst.
Sage mir nichts von der Menge der Antriebe. Lieber ei-nem einzigen Antriebe alle mögliche intensive Kraft gegeben! —Die Menge solcher Antriebe ist wie die Menge der Räder ineiner Maschine. Zc mehr Räder: desto wandelbarer.
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