Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
Seite
272
Einzelbild herunterladen
 

_M--^

272 Ernst und Falk.

Staate Männer geben möchte, die über die Vorurtheile derVölkerschaft hinweg waren, und genau wüßten, wo Patriotis-mus, Tugend zu seyn aufhöret.

Ernst.

Recht sehr zu wünschen!

Falk.

Recht sehr zu wünschen, daß es in jedem Staate Männergeben möchte, die dem Vorurthcile ihrer angebohrnen Religionnicht unterlägen, nicht glaubten, daß alles nothwendig gut undwahr seyn müsse, was sie für gut und wahr erkennen.

Ernst.

Recht sehr zu wünschen!

Falk.

Recht sehr zu wünschen, daß es in jedem Staate Männergeben möchte, welche bürgerliche Hoheit nicht blendet, und bür-gerliche Geringfügigkeit nicht cckclt; in deren Gesellschaft derHohe sich gern herabläßt, lind der Geringe sich dreist erhebet.

Ernst.

Recht sehr zu wünschen!

Falk.

Und wenn er erfüllt wäre, dieser Wunsch?

Ernst.

Erfüllt? Es wird freylich hier und da, dann und wann,einen solchen Mann geben.

Falk.

Nicht blos hier und da; nicht blos dann und wann.Ernst.

Zu gewissen Zeiten, in gewissen Ländern auch mehrere.Falk.

Wie, wenn es dergleichen Männer itzt überall gäbe? zuallen Zeiten nun ferner geben müßte?

Ernst.

Wollte Gott !

Falk.

Und diese Männer nicht in einer unwirksamen Zerstreuunglebten? nicht immer in einer unsichtbaren Kirche?