Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
Seite
285
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des MährchenS von tausend Dukaten, :c.

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die heilige Schrift. Wie gesagt: Hr. Lcssing hätte aberschlechterdings keinen andern Angriff auf die heilige Schrift ge-than, als daß er, mit so vielen andern Christen, sie für deneinigen Grund unsrer allcrhciligstcn Religion (er dachte sichdabey die christliche Religion überhaupt, und nicht die Luthe-rische insbesondere) lieber nicht erkennen, als die Religion un-auflöslichen Schwierigkeiten Preis geben wollte.Oder sinddie Katholiken keine Christen? fragt Hr. Lcssing. Wäre ichkein Christ, wenn ich in diesem Stücke mich auf die Seiteder Katholiken neigte? Unartig genug, daß viele Protestantenden Beweis für die Wahrheit der christlichen Religion so führen,als ob die Katholiken durchaus keinen Antheil daran hätten."

Ob Herr Lcssing in seinen Blättern, die er der GözischcnSchrift unter dem Titel: Ami-Go;e entgegen stellte, sich überallin den Schranken der Mäßigung gehalten, kömmt mir nicht zu,zu entscheiden. Zch sage bloß, daß ich ihn bey dieser Gelegen-heit öfter einen Ausspruch des heil. Hicronymus für sich an-führen hören, nach wclchcm die kalte ruhigc Duldung unverdien-ter Vorwürfe der Zrrcligion, nicht für Tugend, sondern fürRuchlosigkeit erkläret wird.

Und nun nur noch ein Wort von den schweren AhmSnngen,die sich Hr. Lcssing bereits durch die Fragmente und seine Wi-derlegung derselben, soll zugezogen haben. Diese Lüge wardin eben der Münze geprägt, aus welcher die 1l)l1t) Duka-ten kommen.

So viel ist wahr, daß die Fragmente in Braunschwcighohen Orts verboten, und dem Bibliothekar untersagt worden,weiter etwas davon bekannt zu machen. Es dürfte dieses aberwohl mehr wegen des ärgerlichen Aufhebens, das der Haupt-pastor davon machte, geschehen seyn, als wegen der Fragmenteselbst, die weiter kein Unheil angerichtet, als daß sie eine MengeFedern in Bewegung gesetzt haben, deren verschiedene zu merk-lichem Vortheile der Religion von gelehrten und bescheidenenTheologen geführt worden, die alle, ich wiederhole es, dem Bi-bliothekar mehr dafür danken, als mit ihm zürnen, daß er ihneneinen solchen Feind in die Hände liefern wollen.