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Ernst und Falk.
etwas Ernsthaftes hinter ihnen seyn könnte, sahe ich über sieweg — Tonnen, dachte ich, den jungen Walisischen ausgewor-fen! — Aber was mich nagt, ist das: daß ich überall nichtssehe, überall nichts höre, als diese Kindcrcycn, daß von dem,dessen Erwartung T>n in mir erregtest, keiner etwas wissen will.Zch mag diesen Ton angeben, so oft ich will, gegen wen ichwill; niemand will einstimmen, immer lind aller Orten dastiefste Stillschweigen.
Falk.
Du meinst —
Ern st.
Zcne Gleichheit, die Du mir als Grundgesetz des Ordensangegeben; jene Gleichheit, die meine ganze Seele mit so uner-warteter Hofnung erfüllte: sie endlich in Gesellschaft von Men-schen athmen zu können, die über alle bürgerliche ModisicationShinweg zu denken verstehen, ohne sich an einer zum Nachtheileines Dritten zu versündigen —
Falk.
Nun?
Ernst.
Sie wäre noch! Wenn sie jemals gewesen! — Laß einenaufgeklarten Juden kommen, und sich melden! „Za" heißt es„ein Zude? Ehrist wenigstens muß freylich der Frcymaurcr„seyn. Es ist nur gleichviel was für ein clhrist. Ohne Un-terschied der Religion, heißt nur, ohne Unterschied der drey„im heiligen römischen Reiche öffentlich geduldeten Religionen"— Meinst du auch so?
Falk.
Zch nun wohl nicht.
Ern st.
Laß einen ehrlichen Schuster, der bey seinem Leisten Mußegenug hat, manchen guten Gedanken zu haben (wäre cS auchein Jacob Böhme und Hans Sachse) laß ihn kommen, undsich melden! „Za" heißt es „ein Schuster! freylich ein Schu-„stcr" — Laß einen treuen, erfahrnen, versuchten Dicnstbolhenkommen und sich melden — „Za" heißt es „dergleichen Leute