Fünftes Gespräch.
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Büchern befinde, schwarz auf weis, zu belegen — Höre mich jetztnur, wie man das erste Gerücht irgend einer großen BegebenheitHort. Es reitzt die Ncugierdc mehr, als daß es sie befriedigt.
Ernst.
Wo bliebst Du?
Falk.
Die Masoncy also war eine deutsche Sitte, welch«! dieSachsen nach England verpflanzten. Die Gelehrten sind unei-nig, wer die Mase-Thonas unter ihnen waren, allem Anse-hen nach die Edlen der Masoncy, welche so tiefe Wurzeln indiesem neuen Boden schlug, daß sie unter allen nachfolgendenStaats-Veränderungen bcklicb, und sich von Zeit zu Zeit inder herrlichsten Blüthe zeigte. Besonders waren die Masoncycnder ° ° ° im zwölften Jahrhundert und im dreizehnten in sehrgroßem Rufe. Und so eine " ° ° Masoncy war es, die sich,bis zu Ende des sicbcnzchntcn Jahrhunderts, trotz der Aufhe-bung des Ordens, mitten in London erhalten hatte — Undhier fängt die Zeit an, wo die Fingerzeige der niedergeschriebe-nen Historie freylich crmangeln; aber eine sorgfältig aufbewahrteTradition, die so viel Merkmale der Wahrheit hat, ist bereitdiesen Mangel zu ersetzen.
Ernst.
Und was hindert diese Tradition endlich einmal durch schrift-liche Vorzeigungen sich zur Geschichte zu erheben?
Falk.
Hindert? Nichts hindert! Alles rath vielmehr dazu an —Wenigstens fühle ich, ich fühle mich berechtigt, ja verpflichtet,Dir und Allen, welche sich mit Dir in dem nemlichcn Fallebefinden, länger kein Geheimniß daraus zu machen.
Ernst.
Nun denn! — Ich bin in der äussersten Erwartung.Falk.
Jene Masoncy also, die noch zu AuSgang des vorigenJahrhunderts in London bestand, aber in aller Stille bestand,hatte ihr Vcrsammlungshaus unfern der Samt Pauls-Kirche ,die damals neu erbauet ward. Der Baumeister dieser zweytenKirche der ganzen Welt war —
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