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10 (1839)
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Die Erziehung des Menschengeschlechts.

der beweisen können: das lasse ich dahin gestellt seyn. So, wieich es dahin gestellt seyn lasse, wer die Person dieses Christusgewesen. Alles das kann damals zur Annehmnng seiner Lehrewichtig gewesen seyn: itzt ist es zur Erkennung der Wahrheitdieser Lehre so wichtig nicht mehr.

§. 60.

Der erste praktische Lehrer. Denn ein anders ist dieUnsterblichkeit der Seele, als eine philosophische Spcculation,vermuthen, wünschen, glauben: ein anders, seine innern undäussern Handlungen darnach einrichten.

H. kl.

Und dieses wenigstens lehrte Christus zuerst. Denn ob esgleich bey manchen Völkern auch schon vor ihm eingeführterGlaube war, daß böse Handlungen noch in jenem Leben be-straft würden: so waren es doch nur solche, die der bürgerli-chen Gesellschaft Nachtheil brachten, und daher auch schon inder bürgerlichen Gesellschaft ihre Strafe hatten. Eine innereReinigkeit des Herzens in Hinsicht auf ein andres Leben zuempfehlen, war ihm allein vorbehalten.

tz. 62.

Seine Jünger babcn diese Lehre getreulich fortgepflanzt.Und wenn sie auch kein ander Verdienst hätten, als daß sie ei-ner Wahrheit, die Christus nur allein für die Juden bestimmtzu haben schien, einen allgemeinem Umlauf unter mchrcrnVölkern vcrschaft hatten: so waren sie schon darum unter diePfleger und Wohlthäter des Menschengeschlechts zu rechnen.

H- 63.

Daß sie aber diese Eine große Lehre noch mit andern Lcb-ren versetzten, deren Wahrheit weniger einleuchtend, derenNutzen weniger erheblich war: wie konnte das anders seyn?Laßt uns sie darum nicht schelten, sondern vielmehr mit Ernstuntersuchen: ob nicht selbst diese beigemischten Lehren ein neuerRichrungostoß für die menschliche Vernunft geworden.

§. 6Z.

Wenigstens ist es schon aus der Erfahrung klar, daß dieNcutestamcntlichen Schriften, in welchen sich diese Lehren nacheiniger Zeit aufbewahret fanden, das zweyte bcßrc Elementar-