Ueber die Fabeln aus d. Zeiten d. Minnes. 2te Eiildeckung. 331
habe, meinem Leser nicht schuldig bleiben. Sie bctrift, wie erschon weiß, den Namen des Dichters.
Gottsched nehmlich hat versichert, ihn in einer Handschriftgefunden zu haben, welche unsere Bibliothek von diesen Fabelnaufbewahret. Und so, wie er ihn will gefunden haben, so wieer ihn daraus mittheilet, haben ihn selbst die Schweißer aufTreue und Glauben anzunehmen, kein Bedenken getragen. Un-sere Handschrist, sagt er, sey auf Papier, habe schlechte zu denFabeln gehörige Figuren, und sey so zerrissen und mangelhaft,daß bisweilen halbe, ja ganze Fabeln, nebst ihren Bildern feh-len. „Weswegen uns aber, fährt er fort, „dieser Braunschwei-„gische Eodcr lieb gewesen, ist dieses, daß er am Ende eine„Zahrzahl, lind ausserdem eine Erwähnung des Namens von„dem Dichter in sich hält: zu geschweige», daß er die allermei-st» Fabeln i» sich begreift. Scher; hat nur 51 drucken las-„ scn; obwohl seine Handschrift noch mehrere gehabt. Die Wol-„ fcnbüttclschc aber begreift W Fabeln, und noch einen Beschluß,„den der Verfasser, wie die Fabeln selbst, das XLI. Capitel„nennet. Die Zahrzahl am Ende ist klMccil. Der Name„des Verfassers wird in folgenden Zeilen erwähnet:
von Riedcnburg ist er genant,
(Sott muß er ynier seyn bekant,
Und da« er das zu teutsch hat gepracht
Von Latein, so muß sein gedacht
Micr zu gut werden
In Hiincl u. auf erden.Dieses schrieb Gottsched im Zunius 47Z6(°), ein Zahr vor-her, ehe die Schweizer ihre Ausgabe an das Licht treten liessen.Gleichwohl wußten sie entweder damals von Gottscheds Ent-deckung noch nichts, oder wollten nichts davon wissen; sonder»erst i» der Vorrede zu der bald daraus crschci»c»dc» Lhricm-hildcn Rache, fa»dc» sie für gut, mit gä»zlichcr Vcrschwcigliiigvon Gottscheds Namen, Gebrauch davon zu machen. „Miau„hat, sagen sie, „die Fabeln aus den Zeiten der Minnesinger,„von deren Verfasser itzt bekannt ist, daß er der Burggraf von
(°) Ncucsics aus der ammichigc» Eclchrsamtcit, S. 42t.