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10 (1839)
Entstehung
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343
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Ueber die Fabeln aus d, Zeiten d. Minnes. 2te Entdeckung.

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Einen Schüler kundig auf alle ding

Bey einem, das was seines Vettern Kind,

Des was der Bischof gar gewinnt.

Er hett auch eine» weisen Mann10, Zu Erztpricfler gesetzt hintan,

Run fügt es sich auf einen Tag,

Daß der Erztpriester siech lag,

Und also siech was, daß er starb.

Der Jüngling um das Ampt warb.16. Der Bischof thet als er begert,

Doch des AwpteS was er unwerth.

Darnach nicht lange ward gespart,

Dem Bischof gesendet ward

Ein Korp, was guter Birnen voll;20. Des danket er dem Boten wohl.

Gar lieb was ihm dis Gesandt.

Zu den Seinen sprach er zuhand:

Wem mag ich getrauen wohl,

Der mir der Birn hüten soll?26. Würde mir der Birn eine verlorn,

Das wär mir nit ein kleiner Zorn.

Zu dem Jüngltngc sprach er do:

Mich dunkt, dn seyst zu dünn dazu.

Der Birn ich dir getrauen soll?30. Ein bessern Hüter finde ich wohl.

Ich fürcht, gab ich dir den Gewalt,

Sie würde» gcsscn ungcjahlt.

Ich will mit nichte der Birnen dir

Getrauen, das glaube mir!35. Diese Rede hört ein weiser Man».

Mit Ernst sah er den Bischof an.

Er sprach: nun erbarm cS Gott ,

Daß Ihr begangen habt den Spott!

Daß Ihr befohlen habt so manchcrhaiid40. Dem, des Euch was bekannt

Sein Kindheit und sein Jugend,

Davon Ihr immer muget