Ueber die Fabeln aus d, Zeiten d. Minnes, 2le Entdeckung. 351
wenige Versetzungen; und daß wir es um so eher glauben kön-nen, daß sie auch nicht anderwärts her entlehnt sind, sind ei-ner jeden die zwey Schlußzcilcn des lateinischen Dichters beyge-fügt, in welche dieser die Moral derselben zusammengefaßt hatte.Dieses letztere gilt wenigstens von der schönen Handschrift derSchweißer, welche das Avtographon des Verfassers, oder dochwenigstens aus diesem zunächst genommen zu seyn scheinet. —Mit der K3stcn Fabel fangen sodann die an, welche aus demAvianus entlehnt sind, von dessen 42 Fabeln ihm aber nichtmehr als 22 beliebt haben, die man in nachstehender Tabelleangegeben finden wird. Diese 22 mit den 62 aus dem ge-dachten Anonymus, machen 74, denen also, wie gesagt, zu dengcsammten 99 noch 25 fehlen, deren anderweitige Quellen ichnun hier anzeigen mußte, um mein Wort gut zu machen.Doch weil mich dieses itzt zu weit abführen würde, so will ichvon ihrem lateinischen Ursprünge überhaupt einen Beweis geben,den man hoffentlich wird gelten lassen. Diesen nehmlich; daß,so viel deren in der eben gedachten schönen Handschrist derSchweitzer, (Ansang und Ende fehlen), befindlich sind, einejede derselben zwey lateinische Schlußzcilcn hat, welche offenbardie Moral des lateinischen Textes gewesen sind. Denn da derdeutsche Dichter bey denjenigen Fabeln, welche aus dem Avia-nus und Neveletschen Anonymus sind, die eignen Worte dersel-ben behalten hat, so kann man wohl gewiß seyn, daß er auchzu den übrigen die lateinischen Disticha nicht selbst werde ge-macht haben. Warum diese beygefügten Disticha überhaupt auchsonst noch ihren Werth haben, wird man im nächstfolgendenAufsätze sehen. Ztzt erlaube man mir nur noch, folgende Ta-belle einzurücken, in welcher man, was ich bisher gesagt, aufeinmal übersehen kann, und die demjenigen einmal nicht wenigMühe ersparen dürfte, der etwa den Bambcrgcr Druck und daszweyte Mannscript in unsrer Bibliothek brauchen und nutzenwollte. Er wird ohne Zeitverlust in derselben sehen können,wo er jede Fabel der Schwcitzcrischcn Ausgabe in beiden zusuchen habe.
^
> ^