Ueber den Anonymus des Ncvclct.
siehe» lassen! Wenn sie mit den guten klassischen Schriftstellernfertig ist, kann sie ja die Schriftsteller der spätern Zeiten vor-nehmen, welche aufzuklären und zu berichtigen gewiß nicht we-niger Scharfsinn und Kritik erfordert. Annehmen und voraus-setzen, daß dieses überflüssig, und jenes schon geschehen sey, heißtein wenig zu viel Unkundc in dieser Art von Gelehrsamkeit ver-rathen. -
1. Die Zeit, in welcher der Ungenannte, von dem dieRede ist, gelebt, läßt sich bis itzt noch eben so wenig mit Ge-wißheit angeben, als sein Name. An Versuchen, beides zuleisten, haben es die Gelehrten zwar nicht fehlen lassen; aberdiese Versuche zu widerlegen, ist leichter, als etwas Zuvcrlässi-gers an ihre Stelle zu setzen. Sie reiben sich zum Theil untereinander selbst auf; und da ihre Verschiedenheit gewisser Maas-scn von der Verschiedenheit des Urtheils abhängt, das jeder vondem innern Werthe des Gegenstandes gcfällct: so verlohnt essich schon der Mühe, vorher einen Blick darauf zu werfen;wäre es auch nur, um an einem Exempel mehr zu zeigen, daßder Geschmack in solchen kritischen Untersuchungen zwar nichtsentscheiden, aber doch auch (man erlaube mir dieses Wort) derMißgcschmack, selbst den gelehrtesten Mann gewaltig irre füh-ren kann.
2. Also vom Gyraldus anzufangen, dem ersten, und wohl
noch dem einzigen kritischen Geschichtschreiber der Poesie. -
Gyraldus nennt unsern Ungenannten Romulus. kostet vtintor Iios i»ovta8, schreibt cr("), rvponi Komulug illo, «zui all1'^Iiortinui» lilium liurum lcriplit, yuom, ad imitationv g^oluAo-ru»> ^oklin! illius I^nr)^i8, /ttktt/a» /je/o/it nuacupavit: n«z»,ut uliijui rali suiit, teanttulit. IVIirum voliis llicsm, nusm »nxivl'iumvnkedi «juillimi, n«n linmiiliun lnrjus lilivlli autniom skterunt,l'vtl kuum ^uonllilin Lalonem muiiloinem, «jui I^votit llu», ^tlienis ttullvrvt, v Krkveo sauulas iias noktri« inoridus (ut itjunt)ii^tanllo, carniiiiv eum^otuvrit. 8vll certo live int» vel linmul»vvl 8alone, »iv puvro nullus liuor !««zuv triviitlidu-- nmizitlriL te-rvli-ttur, n«<tt ^Ivxanllri iiio^tias. Wie GyralSus zu diesem
t°) >Ill I'viituiuiu Uisluriil, viitl. V. kikL» suiviu.